Holz & Klang, Wunder Baum



Holz, eine der edelsten Gaben der Natur, war bis vor wenigen Jahrzehnten der bedeutendste Rohstoff der Welt. Von der Wiege bis zum Sarg begleitete er Menschen durch das Leben; bot Schutz im Haus, wärmte durch den Winter, buk Brot und Kuchen, wurde zu Zeitung und Buch und schlug im Stiel der Axt weitere Bäume. 
Mit dieser Rubrik möchten wir Ihnen die faszinierende Welt des Holzes und seine besondere Bedeutung im Flötenbau näherbringen. Gleichzeitig möchten wir unsere tiefe Wertschätzung gegenüber den Bäumen ausdrücken, deren gewachsenes Leben in jedem unserer Instrumente weiterklingt.




Seit 1945 dürfen wir mit dem lebendigen Werkstoff Holz unzählige Erfahrungen sammeln. Als Instrumentenbauer haben wir weit über zweihundert verschiedene Holzarten gebohrt, gedrechselt, geschnitzt und geschliffen, um daraus Flöten von höchster Qualität zu erschaffen. Eine Auswahl dieser besonderen Hölzer führen wir in unserem Sortiment und stellen sie nachfolgend näher vor. Jeder Baum ist ein einzigartiges Wesen, das über viele Jahrzehnte gewachsen ist und Wind, Sonne, Regen und die Rhythmen der Jahreszeiten in sich trägt. In vielen indianischen Traditionen gilt ein Baum nicht als bloßer Rohstoff, sondern als ein Lebewesen, dem mit höchster Achtung und Dankbarkeit begegnet wird. Diese Haltung teilen wir aus tiefster Überzeugung.


Immer wieder erfüllt es uns mit Ehrfurcht, die Vielfalt der Düfte, Eigenarten, Festigkeiten, Kolorierungen, Schimmer, Nuancen, Strukturen, Stabilitätsmerkmale und klanglichen Eigenschaften der verschiedenen Hölzer zu entdecken. Jedes Stück Holz besitzt seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte. Wir verstehen unsere Aufgabe darin, diese Einzigartigkeit zu bewahren und dem Baum durch die Erdklangflöte eine neue Stimme zu verleihen. So lebt seine Schönheit und sein Wesen in jedem Instrument weiter und berührt Menschen durch seinen Klang.


Wir bedanken uns für dein Interesse und laden dich ein, mit uns die Einzigartigkeit und Vielfalt dieses wunderbaren Naturmaterials zu entdecken. Gemeinsam werfen wir zudem einen spannenden Blick auf die Physik der Flöte und entdecken, wie das Zusammenspiel von Holz, Luft und Schwingung den unverwechselbaren Klang dieses besonderen Instruments entstehen lässt
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Die Weisheit der Bäume


Bäume sind Sinnbilder des Lebens, der Geduld und der Weisheit. Mit ihren tiefen Wurzeln sind sie fest mit Mutter Erde verbunden, während ihre Kronen dem Himmel entgegenwachsen. Sie lehren uns, dass wahre Stärke aus einer tiefen Verwurzelung entsteht und dass Wachstum Zeit braucht. Für
indianische Menschen Nordamerikas sind Bäume unsere älteren Brüder und Schwestern, weil sie uns Früchte, Holz, Sauerstoff, Schatten und Schutz schenken, ohne etwas dafür zu verlangen. Deshalb begegnen Indigene ihnen mit Dankbarkeit und Respekt. Bevor ein Baum gefällt oder seine Zweige genutzt werden, wird innegehalten, um ihm für seine Gaben zu danken. Ihre Haltung ist geprägt, dass der Mensch nicht über der Natur steht, sondern nur ein Teil von ihr ist.


Jeder Baum erzählt seine eigene Geschichte. Seine Jahresringe bewahren Erinnerungen an Trockenheit und Regen, an Stürme und sonnige Tage. Trotz aller Herausforderungen wächst er weiter und schenkt Leben. Darin liegt eine stille und wichtige Botschaft: Auch wir können Herausforderungen und Krisen überstehen, wenn wir unsere Wurzeln nicht vergessen. Die Wunder der Bäume zeigen sich also jeden Tag zu jeder Minute und Sekunde. Sie verwandeln Kohlendioxyd in Biomasse und versorgen uns gleichzeitig mit Sauerstoff, speichern das Wasser, bieten unzähligen Tieren und Pflanzen ein Zuhause und verbinden sich unter der Erde über ihre Wurzeln und Pilzgeflechte zu einem lebendigen Netzwerk. Sie kommunizieren untereinander und tauschen sich ununterbrochen aus. Sie erinnern uns daran, dass alles Leben miteinander verbunden ist und dass jede Handlung Auswirkungen auf das Ganze hat.




Wer einem Baum mit offenem Herzen begegnet, begegnet auch sich selbst. Seine Stille lädt uns ein, langsamer zu werden, zuzuhören und die Schönheit des Augenblicks wahrzunehmen. Respekt vor den Bäumen bedeutet deshalb auch Respekt vor dem Leben – denn was wir der Natur geben, kehrt zu uns zurück. Wenn wir lernen, die Bäume nicht nur als Ressourcen, sondern als lebendige Mitgeschöpfe zu betrachten, wächst in uns Dankbarkeit. Aus Dankbarkeit entsteht Achtsamkeit, und aus Achtsamkeit erwächst die Verantwortung, die Erde auch für kommende Generationen zu bewahren. Nach Jahrhunderten des Raubbaus erkennen glücklicherweise viele Menschen den Wert der Bäume und Wälder. Durch umsichtigere Baum- und Waldwirtschaft findet sich heute auf dem Markt auch umweltfreundlich gewonnenes Holz. Unsere verwendete Hölzer stammen vor allem aus der Schweiz und Nachbarländern, exotische aus Afrika, Asien, Australien, Nord- und Südamerika. Weil einige tropische Bäume durch gedanken- und rücksichtslose Rodung gefährdet sind, kaufen wir diese Holzarten seit Jahrzehnten nicht mehr ein.

 

Der Werkstoff Holz «arbeitet» für uns Menschen weiter und schenkt uns eine Vielzahl von Dingen – nicht zuletzt wertvolle Musikinstrumente. Was wäre die Welt ohne Flöten, Gitarren, Klaviere, Oboen und Violinen?










Deine Ohren, dein Geschmack


Du beurteilst den Klang eines Musikinstrumentes. Das ist subjektiv – nicht jeder Person gefällt das Gleiche. Die Frage nach dem «attraktivsten und besten Holz» ist eine Sache der individuellen Klangvorstellung, dem Einsatzbereich und den Spielgewohnheiten.


Die Holzart beeinflusst das Tonvolumen und die Klangfarbe. Seit Jahrzehnten testen wir die Schwingungseigenschaften von unterschiedlichen Hölzern und sind immer wieder erstaunt, welche Unterschiede sich da offenbaren. Selbst innerhalb derselben Holzart können Instrumente (mit identischen Maßtoleranzen hergestellt!) unterschiedlich klingen – mal heller, mal dunkler, tiefer, höher, «trockener», usw. – ein bemerkenswertes Klangspektrum.


Grundkonzept und Bauart einer Flöte beeinflussen Charakter und Dynamik ebenso – ein weites Feld öffnet sich da den Instrumentenbauern; verschiedene Windkanal-Konstruktionen, Art und Größe des Labiums und der Fasengeometrie, Aufschnitt und Windkanalstufe, Grifflöcher und vielfältige Mensuren ... Ihre einmalige Komposition macht jedes Instrument zu einem Kunstwerk. Traditionelle Blockflöten haben eine enge Mensur (Innenbohrung), während die GAIA Erdklangflöte® eine sehr weite Mensur aufweist. Dementsprechend wirkt sich das auf das Klang- und Tonspektrum aus. Blockflöten lassen sich über zwei Oktaven spielen und klingen hell und obertonreich, während die Erdklangflöte etwas mehr als eine Oktave bietet, dafür dreimal so viel Klangkraft aufweist als eine Blockflöte.




 





Welches Holz für welches Spiel?


Die verschiedenen Holzarten unterscheiden sich in ihrer Dichte, Härte und Struktur sowie in Farbe und Maserung. Durch diese Komponenten ergeben sich von Holz zu Holz unterschiedliche Oberflächen. Weichere Holzarten, wie Ahorn, Arve, Birne, Kirsche, Mammutbaum, Nussbaum, Olive, Pflaume, Redheart und Redwood wirken wärmer. Echter europäischer Buchsbaum, Bubinga, Grenadill, Palisander, Veilchenholz und ähnliche: Sie sind härter, schwerer und stabiler – und sie lassen die Erdklangflöte heller, kräftiger und tonreicher klingen.


Als Grundregel gilt: Instrumente aus schwereren Hölzern klingen härter, grundtöniger, kräftiger und obertonreicher; der dadurch brillantere Klang erscheint manchmal vielleicht etwas weniger flexibel. Leichtere Hölzer geben einen weichen Klang, wirken modulationsfähiger, sind tonlich aber weniger satt und voluminös.
Bei jeder Flöte ist nicht nur die Holzart von Bedeutung; Bauweise und Größe, Grundkonzept und auch Konstruktion des Mundstücks, Bauart und Lage des Blockes, Art und Größe des Labiums, Fasengeometrie, Aufschnitt und Windkanalstufe und Windkanalform, Innenbohrungen und Gestaltung der Grifflöcher – sie alle tragen zur Akustik, Dynamik und Klangfarbe des Instruments bei. Laute Flöten wie die Erdklangflöten haben – konzeptionell bedingt einen höheren Rauschanteil, leisere wie herkömmliche Barock-Blockflöten sind eher klarer.









Akustik und Töne


Hier machen wir einen kurzen Abstecher in den Bereich der Physik. Denn nur sie kann den interessanten Hintergrund beleuchten, wie in einer Flöte Töne entstehen.
Sie scheint ja ein ganz simples Instrument zu sein. Aber die Physik der Tonerzeugung in ihr ist alles andere als simpel; im Gegenteil überaus komplex und trotz langjähriger Forschung noch nicht in allen Einzelheiten verstanden. Es ist das Zusammenwirken von Luftströmen, Wirbeln und Druckwellen innerhalb des Instrumentes, das die komplexen Schwingungen entstehen lässt, die der Mensch als angenehmen Wohlklang wahrnimmt.


Vereinfacht sieht das so aus: Die Atemluft gelangt – durch den Windkanal gebündelt – auf den «Keil» des Labiums und bricht sich dort. Dadurch beginnt die Luftsäule im Flötenrohr zu schwingen und erzeugt Schallwellen. Die Frequenz dieser Schwingung (und damit die Tonhöhe) wird durch die Resonanz mit dieser Luftsäule im Inneren des Instrumentes bestimmt. Die Bedienung der Tonlöcher verändert nun die Länge dieser schwingungsfähigen Luftsäule. Je mehr Grifflöcher geschlossen sind, desto tiefer ist der Ton. Wie gesagt, diese Erklärung ist stark vereinfacht. In Wirklichkeit ist alles viel verzwickter: Der Klang ist nämlich weitgehend das Resultat von chaotischen Effekten, die ähnlich unvorhersehbar sind wie die Kringel im Rauch von Zigaretten.







Tonerzeugung


Bei Saiteninstrumenten ist die Situation viel einfacher: Man kann die Schwingungen der Saite sehen und auch mathematisch simulieren. Bis zur Mitte der Neunzigerjahre tappte man bei Flöten ziemlich im Dunkeln. Erst dann wurde das akustische Verhalten erklärbarer. Forschern zweier Universitäten in den Niederlanden und Frankreich konnten mit speziellen Fotografien und Filmen zeigen, wie Schall und Klang entstehen und sich ausbreiten. So wurde herausgefunden, dass das Rauschen mit der Klangstärke zunahm. Die kleinen Luftstrudel – gewissermaßen winzige Wirbelwinde – die sich an der scharfen Kante des Labiums bilden, haben eine große Bedeutung für den Ton. Sie sind es, die sich im Luftstrom ausbreiten und immer komplexer werden. Dabei vermindern sie die Stärke der Grundfrequenz (welche für den tiefsten Ton verantwortlich ist), bilden aber gleichzeitig höhere Schwingungen – die so genannten Obertöne – die für die Klangfülle des Instrumentes bedeutsam sind.



Die Tonerzeugung und dessen Qualität hängen somit von außergewöhnlich vielen Faktoren mit fast unzähligen Variationsmöglichkeiten ab. Dazu gehören die Form der Innenbohrung, ihr Verlauf, ihre Größe, die Beschaffenheit ihrer Oberfläche; Anordnung, Größe und Form der Tonlöcher; die Maße und Winkel des Labiums und seiner Fasen – um nur einige Aspekte zu streifen. Vieles ist noch unerklärt, manches aber hat die Forschung auch an den Tag gebracht; zum Beispiel: Je schärfer die Kante des Labiums ist, desto mehr Wirbel entstehen und desto schärfer und klirrender wird der Klang des Instrumentes.


Solche Erkenntnisse beleuchten, warum bereits kleinste Veränderungen der Maße in einem einzigen der verschiedenen Bereiche gravierende Auswirkungen auf Stimmung, Klang oder Ansprache eines Instrumentes haben können. Und lassen ahnen, dass die Entwicklung eines neuen Modells nicht nur eine Frage des Handwerks ist...








Prüfung mit einem Stimmgerät


Unsere Instrumente weisen bei einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius und normaler Feuchtigkeit je nach Wahl die Grundstimmung von 432 oder 442 Hertz beim Stimmton a' auf. Beim Überprüfen mit einem Stimmgerät ist die Stimmung einer Erdklangflöte® von verschiedenen Faktoren abhängig; unter anderem vom Blasdruck, der Raumtemperatur, der Luftfeuchtigkeit, der Daumenöffnung... Mitentscheidend sind auch die Jahreszeiten – im Winter klingen Holzblockflöten generell tiefer als in den warmen Sommermonaten. Eine auf dem Stimmgerät angezeigte Abweichung von 5 Cent ist ein Bereich, der kaum hörbar ist. 1° Temperatur-Erhöhung bewirkt etwa 3 Cent Abweichung.


Bei 30C° Umgebungstemperatur erreicht eine Erdklangflöte®, die bei 20C° auf 442 Hz (0 Cent) kalibriert ist, eine Grundstimmung von etwa 449,5 Hz (+29 Cent). Das gleiche Instrument erzielt bei einer Umgebungstemperatur von 10C° nur noch eine Grundstimmung von etwa 434,5 Hz (- 30,5 Cent).


Beim Testen sollten immer verschiedene Töne / Oktaven / Intervalle miteinbezogen und verglichen werden. Physikalisch perfekt ausgeglichene Flöten gibt es nicht, da eine Vielzahl von technischen und menschlichen Faktoren die Stimmung beeinflussen.








Rauschen


Rauschen wird manchmal als «schlecht» bewertet. Doch ist ein gewisser Rauschanteil – je nach Musikstil und Melodie – sehr willkommen und sogar charmant. Die Erdklangflöte besitzt einen hohen Rauschanteil, der zum Charme und zur Klangphilosophie dieses Instrumentes gehört und auch sehr erwünscht ist. Umgekehrt weisen herkömmliche Barock-Blockflöten einen feinen, klaren aber mehrheitlich dünnen Klang auf. Auch da ist es einmal mehr eine Frage des Geschmackes und der Trendentwicklung.



Wo immer Luft im Spiel ist, entstehen Geräusche. Neben den erwünschten, die wir als Töne bezeichnen, können auch Nebengeräusche entstehen, die unerwünscht sind.
Jede Flöte kann – je nach Blasdruck, Daumentechnik, Lippen-, Zahn- und Zungenstellung – dazu gebracht werden, dass sie rauscht. Dieses Rauschen entsteht somit nicht vom Instrument selbst, sondern durch die Spielweise der Spielerin und des Spielers. Auch auf die Gaumen- und Zungenposition muss geachtet werden, auf die Zahnstellung, sowie die Atemtechnik (die Art und Weise wie man bläst, ob kräftig oder sanft, mit vollen oder «schmalen» Backen, die Bauchtechnik); sie alle beeinflussen das Klangverhalten der einzelnen Töne und bestimmen mit, ob sie sauber klingen oder «flattern».







Hineinhören


D
ie GAIA Erdklangflöte® ist ein sensibles Musikinstrument das ihr Spektrum nur dann richtig entfaltet, wenn man in sie «hineinhört» und versucht herauszufinden, wie sie am schönsten klingt. Wer mit Geduld und Feingespür versucht, Ihre Stärken und Schwächen kennen zu lernen, wird immer wieder von neuen Erkenntnissen überrascht werden.


P
rofessionelle Spielerinnen und Spieler können sich auf verschiedene Flötentypen einstellen und den Ton weitgehend modellieren. Sie passen sich dem Instrument an und sind in der Lage, den Klang zu steuern – sowohl seine Klarheit wie auch sein Rauschen. Amateurspielerinnen und Spieler sind diesbezüglich oft überfordert. (Natürlich gibt es auch Berufsmusikerinnen und Musiker, die sich damit schwer tun, und im Gegenzug Laienspielerinnen und Spieler, welche die Besonderheiten eines Instrumentes rasch erfassen.)


Einen weiteren Einfluss auf den Klang besitzt die Raumakustik. In einer Kirche klingt selbst die Erdklangflöte® mit höherem Eigenrauschanteil relativ klar. Umgekehrt nimmt man in einem kleinen Raum mit Vorhängen und Teppich das Rauschen stärker wahr.







Haltung und Atmung


Eine gerade Haltung und eine gleichmäßige Atmung mit kontrollierter Luftführung sind die Grundvoraussetzung für ein gutes Flötenspiel. Deshalb ist es von Vorteil, gerade zu stehen oder auf einem geeigneten Stuhl zu sitzen. Die aufrechte Haltung ermöglicht der Lunge das notwendige Atemvolumen. Die Luft sollte ungehindert von der Lunge in die Flöte strömen können. Ein hilfreicher Tipp: Vorne auf der Stuhlkante sitzen und die Füße flach auf den Boden stellen.


Richtiges Atmen muss trainiert werden. Die erste Regel lautet: Atme stets durch den Mund; das geht schneller und gezielter als durch die Nase. Zweitens sollte die Luft tief eingeatmet werden, so dass sich der Bauch nach außen wölbt. Heben sich die Schultern beim Einatmen, atmet man falsch! Zur Kontrolle lege man eine Hand auf den Bauch und die andere auf den Rücken (oder auch beidseitig an die Taille) – so kann gefühlt werden, ob richtig geatmet wird. Beim Ausatmen strömt die Luft langsam und gleichmäßig in die Flöte. Klingt der Ton «gerade», stabil und ohne zu »wackeln«, bläst man richtig.


Die Zunge ist für die Artikulation, den Beginn und Schluss jedes Tones verantwortlich. Bestimmte »Zauberwörter« die man dabei unhörbar «flüstert», helfen der Zunge bei der Artikulation: «dü dü» für kurze, abgesetzte Töne und «düh» für alle anderen. Weiter ist auch auf die Lippen zu achten. Sie umschließen sanft den Endbereich des Mundstückes. So wird die Flöte weder nass noch beißen Zähne ins Holz. Die Arme erhalten viel Spielraum; das heißt, die Ellenbogen «kleben» nicht am Körper.





 


Gebeizte und lackierte Flöten in unserem Sortiment?


Wir bieten eine beachtliche Auswahl verschiedenster Holzsorten an; alles Farbtöne und -nuancen von Mutter Natur. Der Umwelt zuliebe verzichten wir bereits seit den Siebzigerjahren auf den Einsatz fragwürdiger Chemikalien wie sie in Beizen und jegliche Lackarten vorkommen. Naturbelassene Hölzer – frei von Gift, Reiz- und Schadstoffen – entsprechen am ehesten »der Natur des Menschen« und garantieren ein gesundes, unbelastetes Spielerlebnis.


Alle unsere GAIA Erdklangflöten® werden nicht lackiert, farblich nicht verändert und ausschließlich mit Naturöl behandelt. Es stimmt, dass geölte Oberflächen durch intensiven Gebrauch (Handschweiß und Speichel) etwas mehr Pflege benötigen. Doch sind wir seit Jahrzehnten überzeugt, diesen Kompromiss unseren Mitmenschen und der Umwelt schuldig zu sein. Denn damit schützen wir nicht nur uns im Betrieb vor schädlichen Chemikalien, sondern auch die Spielerinnen und Spieler, die ja in intensiven Lippen- und Speichelkontakt mit so behandelten Instrumenten kommen.








Weshalb werden Holzflöten überhaupt gebeizt?


Neben der Produktion von Instrumenten in Modefarben lässt sich mit diesem Verfahren günstiges Holz (z.B. Ahorn, indischer / südamerikanischer Buchsbaum) in optisch dunkel anmutendes Edelholz «verwandeln» (Bohrungen der Tonlöcher bleiben dabei stets hell).


Außerdem können verschiedenfarbige Holzteile, die nicht von derselben Kantel stammen, mit einer Chemikalien-Behandlung einheitlich umgefärbt und damit teurer verkauft werden. Mit Beizen lassen sich also die natürlichen Farbtöne des Holzes überdecken. Da so behandelte Oberflächen empfindlicher sind, muss das Instrument allerdings mit einem UV-Schutzlack überzogen werden.




Bieten gebeizte Holzflöten Vorteile?


Keine – außer einer gleichmäßigen Optik.


Aber sie haben Nachteile. Bereits leichte Kratzer treten bei dunkel gefärbten Oberflächen als helle Spuren in Erscheinung. Nicht selten blättert mit der Zeit auch der Lack ab oder wird spröde.








Erdklangflöten aus einheimischem Holz


Für unsere GAIA Erdklangflöten® verwenden wir ausschließlich ausgewählte Hölzer von höchster Qualität – Ahorn, Arve, Birne, Buche, Eibe, Eiche, Kirsche, Olive, Pflaume und Walnuss – aus nachhaltiger Schweizer Forstwirtschaft.


Unsere Hölzer beziehen wir von Sägewerken, mit denen uns eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, die Wälder mit Respekt zu behandeln und ihren Fortbestand für kommende Generationen zu sichern. Diese Haltung begleitet auch unsere Arbeit: Wir verarbeiten das Holz mit größter Sorgfalt und Wertschätzung. 


Alle Oberflächen werden mit fein duftenden Ölen auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Lein- und Zitrusöl veredelt. Sie verleihen dem Holz einen seidigen Glanz, bringen seine individuelle Maserung und Farbgebung eindrucksvoll zur Geltung und schützen es auf natürliche Weise vor Feuchtigkeit, ohne die Poren zu verschließen. So bleibt das Holz atmungsaktiv und kann seine natürliche Lebendigkeit über viele Jahre bewahren.









Wie stehen wir zu Tropenhölzer?


Ein respektvoller Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen ist für uns eine Herzenssache. Deshalb gehen wir auch beim Thema Tropenhölzer einen bewussten Weg. Die von uns verwendeten Tropenhölzer stammen aus jahrzehntealten Lagerbeständen. Der überwiegende Teil wurde bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren unter seriösen Bedingungen erworben. Unsere damaligen Lieferanten engagierten sich gemeinsam mit europäischen Förstern in Afrika und Südamerika für Aufforstungsprojekte und eine schonende Waldbewirtschaftung. Dieses Engagement gibt uns bis heute die Gewissheit, diese wertvollen Hölzer mit gutem Gewissen zu verwenden.

Wir verarbeiten jedes Stück Holz mit Sorgfalt und fertigen Instrumente, die ihre Besitzerinnen und Besitzer oft ein Leben lang begleiten. Langlebigkeit ist für uns ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit. Dass Musikinstrumente weltweit weniger als 0,1 % des gesamten Tropenholzverbrauchs ausmachen und unsere Erdklangflöten über viele Jahre und Jahrzehnte geschätzt und gespielt werden, bestätigt uns darin, vorhandene Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen, anstatt sie ungenutzt veralten zu lassen. In den vergangenen Jahren wurden wir mehrfach von Holzhändlern kontaktiert, die uns Direktimporte aus Afrika, Asien und Südamerika anboten. Diese Angebote haben wir ausnahmslos abgelehnt, da sie unseren Ansprüchen an Transparenz und Glaubwürdigkeit nicht genügten. Solange wir über unsere alten Lagerbestände verfügen, sehen wir keinen Anlass für neue Importe. Erst wenn nachvollziehbare, verlässliche und umfassend rücksichtsvolle Bedingungen in den Herkunftsländern sowie bei deren Produzenten gewährleistet sind, würden wir eine erneute Beschaffung in Betracht ziehen.


Für uns bedeutet Umweltschonung nicht nur, Bäume zu pflanzen, sondern auch, das bereits vorhandene Holz mit höchstem Respekt zu nutzen. Denn jedes Stück Holz trägt die Geschichte eines Baumes in sich – und verdient es, in einem Instrument weiterzuleben, dessen Klang Menschen über viele Generationen berührt.

 



 

Hölzer & Materialien


Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen zu einem Teil der von uns verwendeten Holzarten zusammengestellt. Für jedes dieser Hölzer verfügen wir über eine Langzeiterfahrung von mindestens dreißig Jahren. Viele davon sind exklusiv und in ihrer Art nahezu einzigartig und einmalig im Flötenbau.


Aus gewissen Holzarten können wir nur sehr beschränkt Erdklangflöten herstellen – von einigen kostbaren Kanteln haben wir aus sehr alten Lagerbeständen nur noch wenige Exemplare. Jedes dieser Hölzer trägt die Spuren seines natürlichen Wachstums: Feine Farbnuancen, lebendige Maserungen und individuelle Strukturen verleihen jedem Instrument seinen unverwechselbaren Charakter. Gerade diese natürlichen Besonderheiten machen jede Erdklangflöte zu einem einzigartigen Unikat und zu einem geschätzten Liebhaberstück.


Bevor ein Stück Holz zu einer Flöte wird, hat es oft viele Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte gelebt. Unsere Aufgabe sehen wir darin, dieses Geschenk mit Sorgfalt zu bewahren und dem Holz durch Klang eine neue Bestimmung zu geben. Jede Erdklangflöte trägt damit die Geschichte des Baumes in sich – seine Kraft, seine Ruhe und seine Verbundenheit mit Mutter Erde. Möge ihre Resonanz und Schwingung daran erinnern, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind und der achtsame Umgang mit der Natur unsere gemeinsame Verantwortung ist.

 



Ahorn


Ahorn – Acer spp.
Herkunft: EuropaRaumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60
Eigenschaften: Der Ahornbaum wird bis zu 30 Meter hoch und 400 Jahre alt. Der Stammdurchmesser kann bis 60 Zentimeter betragen. Sein Holz ist ziemlich hell (weißgelb) und besitzt eine gleichmäßige Struktur. Es ist vergleichsweise hart und lässt sich gut bearbeiten.

Flötenbau: Viele Blockflöten werden aus Ahornholz hergestellt. Für Erdklangflöten verwenden wir den exklusiven und seltenen Riegelahorn.

Klangfarbe: Warm, weich und chorisch – geeignet für das Spiel in der Gruppe.




Riegelahorn

Riegelahorn (auch: Wimmerahorn) – meist Acer pseudoplatanus

Der Bergahorn unterscheidet sich bezüglich der Holzqualität nicht groß von anderen Ahornarten, kann aber optisch eine markante Besonderheit aufweisen – eben den „Riegelwuchs“. Diese Baumart kommt in ganz Nord-, Mittel- und Osteuropa vor. Besonders geschätzte Wuchsgebiete sind Schottland und Bosnien. 


Die meisten Bergahorne liefern ein normales Holzmuster, nur einzelne weisen den Riegel- oder Wimmerwuchs auf. Deshalb sind sie besonders begehrt. Sie werden zu unterschiedlichsten Drechselwaren und Messergriffen verarbeitet, zu Furnier geschnitten, als Parkett verwendet und speziell der Geigenbauer schätzt sein geriegeltes Holz, um mit seiner dekorativen Optik den Violinenboden aufzuwerten.


Die üblicherweise im wachsenden Baum gerade verlaufenden Fasern sind in sich gewellt. Die Säge schneidet sie beim Auftrennen des Stammes an. Nun wird das Licht auf den wechselnden Stellen unterschiedlich reflektiert und zeigt das optische Phänomen von helleren und dunkleren Streifen. Kippt man so ein Brett, scheinen sich darauf sogar „Flammen“ zu bewegen – daher redet man auch von „geflammtem Ahorn“.


Warum einzelne Bäume diesen Wimmerwuchs ausbilden, ist – soweit wir wissen – wissenschaftlich nicht ganz geklärt. Man vermutet genetische Veranlagungen; aber auch stärkere Druck- und Zugbelastungen in Krümmungen, die das wachsende Holz stauchen, könnten dafür verantwortlich sein. Die Eigenschaften von gewimmertem Holz sind identisch mit normal gewachsenem. Es lässt sich lediglich zum Teil weniger gut bearbeiten (vor allem hobeln).


Riegelahorn ist das teuerste aller einheimischen Hölzer, und wohl nur wenige Spielerinnen und Spieler wissen um die große Besonderheit ihres Instrumentes. Selten findet sich Wimmerwuchs auch bei anderen Hölzern; unter anderem bei Obstbaumarten, Walnussbaum, usw.




Adina


Adina (Asiatisches Gelbholz) – Adina cordifolia

Herkunft: Asien (Indien, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam)

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60

Eigenschaften: Seine Farbe ist gelborange bis graubraun. Struktur: weich und feinporig. Geringe Dichte – und damit auch geringes Gewicht! Der Baum kann bis 20 Meter hoch und einen Durchmesser von 1.50 Meter erreichen.

Flötenbau: Adina ist ein eher neueres Flötenbauholz, aber es bewährt sich gut.


Klangfarbe: Trotz geringem Gewicht erstaunlich klarer, satter Klang; weich, und dennoch oft lauter als Birne.




Amarant


Amarant – Peltogyne venosa

Herkunft: Suriname

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00


Eigenschaften: Das Holz ist sehr dicht und hart und weist eine prächtige, purpurrote bis violette Farbe auf, die später zu einem violettbraun nachdunkelt. Der Baum kann bis 50 Meter hoch werden und Durchmesser bis 1.20 Meter erreichen.


Flötenbau: Uns Instrumentenbauer stellt dieses Holz auf die Probe, da es sehr anspruchsvoll bei der Bearbeitung ist. Doch es belohnt sowohl uns Erbauer als auch die Spielerinnen und Spieler durch seinen schönen Klang und seiner außergewöhnlichen Färbung. Das gediegene Hartholz ist ein Blickfang.


Klangfarbe: warm, gehaltvoll, klar und relativ kräftig.




Birne


Birne – Pirus communis

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.65 - 0.75


Eigenschaften: Dieser einheimische Obstbaum kann eine Höhe von 15 Metern erreichen, einen Durchmesser bis 90 Zentimeter und ein Alter von 200 Jahren. Sein Holz ist rötlichbraun, mäßig hart, feinporig, weist dann und wann Wimmerwuchs auf und lässt sich gut bearbeiten.


Flötenbau: Birnbaum gehört zu den am häufigsten verwendeten Hölzern im Flötenbau. Es ist nicht übermäßig teuer und eignet sich auch für Anfängerinstrumente. 


Klangfarbe: Warm, weich und chorisch – geeignet für das Spiel in der Gruppe.




Bocote


Bocote – Cordia spp.

Herkunft: Mittel- und Südamerika

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.05


Eigenschaften: Schweres und dichtes Holz mit außergewöhnlich schöner Maserung von dunkelbraunen Adern auf goldgelbem bis kaffeebraunem Grund. Sehr gut dreh- und polierbar. Der Baum wird bis 30 Meter hoch und kann einen Durchmesser von 1.50 Meter erreichen.


Flötenbau: Es eignet sich gut für Erdklangflöten und ist nicht zuletzt dank seiner auffallenden Maserung eine Attraktion.


Klangfarbe: klar, brillant und kräftig.




Bubinga


Bubinga – Guibourtia spp.

Herkunft: Afrika (Kamerun, Gabun, Kongo) 

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00


Eigenschaften: Dieser exotische Baum kann bis zu 50 Meter hoch werden und Durchmesser von 1.50 Metern erreichen. Das rötlichbraune Holz ist dicht, hart, schwer und sehr belastbar. Es besitzt teilweise eine seidenglänzende, schimmernde Oberfläche.


Flötenbau: Bubingaholz lässt sich relativ gut verarbeiten und wird seit Jahrzehnten verwendet.


Klangfarbe: klar, weich und kräftig.




Buchsbaum, europäisch


Buchsbaum – Buxus sempervirens

Herkunft: Europa, speziell in den wärmeren Gebieten. Bei uns vor allem in Parkanlagen anzutreffen.

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.90 - 1.10

Eigenschaften: Der europäische Buchs gedeiht mehr strauchartig und gehört mit seiner selten erreichten maximalen Höhe von acht Metern zu den unscheinbaren Bäumen. Er wächst überaus langsam (in 100 Jahren wird ein Stamm nur etwa zehn Zentimeter dick), doch dabei entsteht ein außergewöhnlich dichtes, schweres, hellgelbes bis goldenes Holz mit hervorragenden Eigenschaften. Bei guten Verhältnissen kann der Baum bis zu 600 Jahre alt werden und im Idealfall sogar einen Stammdurchmesser von 90 Zentimetern erreichen!


Flötenbau: Europäischer Buchsbaum war das klassische Blockflötenholz der Vergangenheit und genießt bei Kennern auch heute noch höchste Wertschätzung.


Klangfarbe: kräftig, tragend und satt; besonders edel.


Das Holz des Buchsbaumes war den Blasinstrumentenbauern der Renaissance- und Barockzeit das wichtigste. Früher besiedelte der Buchsbaum ganz Europa, heute wächst er in größeren Stückzahlen nur noch in Süd, West- und Mitteleuropa. Bei uns findet er sich vor allem in Parkanlagen. Der Baum wächst extrem langsam (wir zählen bei unseren verwendeten Stämmen auf 11 Zentimeter Durchmesser rund 180 Jahrringe), bleibt niedrig (bis 5 Meter Höhe) und im Umfang begrenzt. Der europäische Buchsbaum gehört zu den dichtesten und feinsten Hölzern überhaupt. Es eignet sich hervorragend zur Herausarbeitung feinster Formen. In der Blockflöte wird sein sehr brillantes und gleichzeitig warmes Klangbild hoch geschätzt. Ja, hier ist sogar ein Phänomen zu beobachten: Sofern das Instrument mit Sorgfalt behandelt und gepflegt wird, kann sich sein Klang im Laufe der Jahre entwickeln und dabei immer reicher werden! Und nicht zuletzt schätzt der Kenner auch die feine, satinartige Oberfläche des Holzes. 

Allerdings: Uns Instrumentenbauer stellt das europäische Buchsbaumholz vor etliche Schwierigkeiten. Es ist außerordentlich zäh, die geringen Stammdurchmesser lassen kein rationelles Arbeiten zu und die vielen Äste bieten weitere Hindernisse. Nur selten gelingt es, ein Instrument aus einer einzigen Holzkantel zu fertigen. Dafür machen umgekehrt die kleinen Verwachsungen, Äste und farblichen Unterschiede das fertige Instrument einmalig.

Ein Nachteil des Holzes ist seine ausgeprägte Sensibilität gegen Feuchtigkeit. Der Windkanal kann sich mit der Zeit verändern oder sogar verziehen. Deshalb sollten die Instrumente behutsam eingesetzt und nicht mit langen Spielzeiten überbeansprucht werden. Doch auch hier hat die Medaille zwei Seiten: Diesen Nachteilen steht dafür der einzigartige, «goldene» Klang gegenüber! Deshalb mühen wir uns gerne weiter mit dem widerspenstigen Buchsbaum ab – um daraus den «Rolls Royce der Flöten» zu bauen. 

Castelo, Zapatero, Marakaibo- oder indischer, wie auch südamerikanischer «Buchsbaum» werden von manchen Instrumentenbauern als Alternative angeboten. Tatsächlich sehen sie dem europäischen Buchsbaum in ihrer feinen und gleichmäßigen Struktur ähnlich. Ihr Holz ist günstig in größeren Dimensionen erhältlich, deutlich einfacher zu verarbeiten, und muss nie so lange gelagert und getrocknet werden wie der echte Buchsbaum (um das Verziehen der Instrumente zu minimieren). Aber: Ihr Klang lässt sich leider in keiner Weise mit dem Original vergleichen!

 



Buche Xylaria


Xylaria-Buche (gestocktes Buchenholz) – Fagus sylvatica

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.95

Herkunft: Schweiz


Eigenschaften: In manchen abgestorbenen Hölzern hinterlässt ein Pilz mit dem geheimnisvollen Namen »Xylaria hypoxyylon« auffällige schwarze Linien. Besonders oft sind sie in totem Buchenholz zu finden. Dieser unscheinbare, zwei bis fünf Zentimeter große Pilz heißt zu Deutsch »Geweihförmige Holzkeule«, ist ziemlich häufig und befällt ausschließlich abgestorbenes Laubholz – meistens abgefallene Äste. Im Längsschnitt erinnern die schwarzen Linien entfernt an Zebranoholz, im Querschnitt finden sich landkartenähnliche Muster. 

Die Rotbuche gehört in unseren Wäldern zu den häufigsten Laubhölzern, kann 300 Jahre alt und 45 Meter hoch werden und bis zu 2 Meter Durchmesser erreichen. Das feinporige und gleichmäßig gemaserte Holz ist sehr hart und zäh und wird in vielen Bereichen eingesetzt – vom Möbelbau über Parkett und Treppenbau bis zu Drechselwaren. Auch als Brennholz ist es mit seinem hohen Heizwert sehr gefragt. 

Gewöhnlich hat das Holz eine Dichte von 0.7 (lufttrocken in Gramm / cm³). Xylaria-Buche hingegen weist durch das Wirken des Pilzes geringere Werte auf. Gerne wird es für dekorative Artikel von Drechslern benützt.


Flötenbau: Buche ist ein im Blockflötenbau nur selten verwendetes Holz, obwohl es an sich etliche gute Eigenschaften aufweist. Das dürfte einerseits an seiner eher etwas monotonen Farbe liegen, andererseits, weil die vielen Alltagsgegenstände aus Buchenholz einen geringeren »Wert« suggerieren. Durch die dekorative Zeichnung des Xylariapilzes gewinnt es jedoch deutlich an Attraktivität.

Unser verwendetes Holz wird speziell von einem Schweizer Bauern «gezüchtet»; d.h. er lässt die meterlangen Stammstücke im Wald reifen, bis sich der Pilz darin genügend entwickelt hat. Das dauert gewöhnlich drei bis vier Jahre. Doch nicht jeder Block weist danach die gewünschte Zeichnung auf; so ist das Auftrennen der Stammstücke jedes Mal eine Überraschung. Deshalb können wir die Instrumente aus diesem Holz nur beschränkt anbieten.


Klangfarbe: warm, weich und chorisch.




Ebenholz


Ebenholz – Diospyros ebenum

Herkunft: Afrika, Sri Lanka, Madagaskar, Indonesien

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.00 - 1.20


Eigenschaften: Die Familie der Ebenhölzer umfasst mehrere Arten aus verschiedenen Erdteilen. Sie gehören zu den besonders dichten und harten Hölzern. Das begehrte tiefschwarze Ceylon-Ebenholz ist heute auf dem Markt kaum mehr erhältlich. Der Baum wird bis maximal 15 Meter hoch und einen halben Meter dick. Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica) aus Indonesien rechnet man zu den „farbigen“ Ebenhölzern, da sein Kernholz gelbliche bis braune Streifen aufweist. Auch diese Baumart wird nicht überaus mächtig: 15 bis 20 Meter hoch mit einem Stammdurchmesser von maximal 40cm.


Flötenbau: Ceylon-Ebenholz wird beim Instrumentenbau kaum mehr verwendet, da seine heute sehr reduzierten Bestände geschützt sind. Vereinzelt kann man noch alte Restposten dieser Hölzer aufkaufen. Als Ersatz dient heute hauptsächlich Grenadill, wenngleich es nicht ganz so schwarz ist. Makassar-Ebenholz ist derzeit noch erhältlich und liefert schöne Instrumente.


Klangfarbe: Kräftig, klar, strahlend und rein.




Eibe


Eibe – Taxus baccata

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.60 bis 0.70


Eigenschaften: Eiben wachsen äußerst langsam; pro Jahr nur ca. 1 bis 3 Zentimeter. Sie werden dafür über 1’000 Jahre alt und können Höhen von bis zu 20 Metern und Stammdurchmesser bis 1 Meter erreichen. Das Holz ist außergewöhnlich zäh, dicht, biegsam und auch bei Feuchtigkeit dauerhaft. Es lässt sich gut bearbeiten. Meist ist es rötlichbraun mit gelblichem Splint und feinjährig. Es wird zu Furnier verarbeitet, Drechselwaren, Möbel und Innenausbau, Zaunpfähle und im Instrumentenbau. 

Flötenbau: Früher wurden auch Blockflöten aus Eibenholz hergestellt; das Holz hat sich dabei durch seine guten Verarbeitungseigenschaften sehr bewährt. Es neigt kaum zu Rissbildung oder Schimmelbefall. Zwar ist es an sich giftig; der Wirkstoff „Taxin B“ findet sich in den Blättern, Samen und eben auch im Holz. Deshalb sind bei der Verarbeitung Vorsichtsmassnahmen notwendig. Doch von den fertigen Instrumenten geht keine Gefahr aus. Da man über Jahrhunderte Raubbau an den ursprünglich großen Eibenbeständen betrieb, wurden sie sehr rar – deshalb stand dieses Holz auch kaum mehr für den Flötenbau zur Verfügung.

Klangfarbe: Warm, weich und klar.




Elfenbein


Elfenbein 

Herkunft: Afrika, Indien


Eigenschaften: sehr dicht, kompakt, gut zu verarbeiten. 


Flötenbau: Früher gab es Blockflöten aus den Stosszähnen von Elefanten. Sie wurden häufig mit silbernen oder goldenen Klappen versehen und in reich verzierten Etuis aufgehoben. Heute gibt es keine Elfenbeinflöten mehr zu kaufen, da die Elefanten (und verwandte Tiere, die Elfenbein liefern) zu Recht unter Artenschutz stehen. Seit einiger Zeit ist allerdings Mammutelfenbein aus Russland auf dem Markt. Manchmal weist es starke Risse auf, doch zum Teil ließen sich aus diesen uralten, fossilen Zähnen durchaus Blockflöten herstellen. Indes ist das Rohmaterial sehr teuer. Nach unserem Wissensstand hat das noch kein Flötenbauer versucht.


Klangfarbe: kräftig, klar.




Grenadill


Grenadill – Dalbergia melanoxylon

Herkunft: Afrika (Steppengebiete)

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.15 - 1.25

Eigenschaften: Dieses annähernd schwarze Holz ist sehr hart und dicht. Der Baum wird mittelgroß und bis er geerntet werden kann, dauert es 70 bis 100 Jahre. Dieses Holz wurde schon in vergangenen Zeiten sehr geschätzt: Wissenschaftler konnten das dunkle Holz von Möbelstücken in altägyptischen Gräbern als Grenadill identifizieren.

Flötenbau: Grenadill eignet sich hervorragend zum Bau von Instrumenten. Nicht zuletzt sind Flöten aus diesem Holz sehr beständig.


Klangfarbe: sehr kräftig, klar, brillant, elegant und tragfähig.




Kirsche


Kirsche – Prunus avium

Herkunft: Europa 

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.70

Eigenschaften: Das Holz freistehender Kirschbäume besitzt meist einen warmen rotbraunen Ton mit leichter Streifung. Stämme, die im Wald aufwuchsen, weisen hingegen einen eher gelblichgrünen Holzfarbton auf. Der Baum kann 20 Meter hoch werden und der Stammdurchmesser bis 60 Zentimeter aufweisen. Er erreicht ein maximales Alter von 100 Jahren. Das mittelschwere und mittelharte Holz lässt sich einigermaßen gut bearbeiten.

F
lötenbau: Instrumente aus Kirschbaumholz zu bauen ist nicht ganz einfach, da es eine gewisse Faserigkeit aufweist, was einen deutlichen Mehraufwand bei der Intonation erfordert. Weil es aber ein einheimisches Edelholz ist und alle anderen Eigenschaften überzeugen, lohnt sich der Aufwand.


Klangfarbe: leicht und elegant.




Kunststoff

Herkunft: Ein Erdölprodukt


Eigenschaften: Kunststoffe sind äußerst günstig und sehr einfach zu verarbeiten. Statt Instrumente mühsam zu bohren, drehen, fräsen und schleifen, lassen sie sich im Spritzgussverfahren und seit einigen Jahren mit 3-D-Drucker formen. 


Flötenbau: Die Entwicklung von Kunststoff-Flöten erschien zu Beginn wie ein großer Coup, da die Instrumente plötzlich überaus günstig, einfach und schnell produziert werden konnten. Außerdem hatten sie besondere Eigenschaften: Gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen völlig unempfindlich und selbst gegen Schläge recht robust. Es wurde angenommen, dass sie zumindest die günstigeren Holzflöten rasch verdrängen würden (ähnlich wie Kunststoffbehälter die Holzkisten ablösten). Doch rasch wurde erkannt, dass dieses Material neben klaren Vorteilen auch deutliche Nachteile mit sich bringt. Zu den größten gehört, dass der Windkanal keine ausgleichende Wirkung auf die Atemfeuchtigkeit hat – das heißt, dass die Flöte rasch «heiser» wird und durch den Speichelfluss verstopft. Viele Spielerinnen und Spieler empfanden auch das Material als unangenehm, leblos und «billig». Deshalb begrenzt sich die Verwendung von Kunststoff-Flöten eher auf Kinder, die mit einem besseren Instrument noch nicht optimal umgehen können.


Klangfarbe: Sorgfältig konstruierte Kunststoffinstrumente können durchaus einen angenehmen Klang aufweisen.





Mammutbaum & Redwood


Mammutbaum & Redwood – Sequoiadendron giganteum & Sequoia sempervirens

Herkunft: Westliche USA / Kanada

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.40 - 0.45


Eigenschaften: Beide Mammutbaumarten sind eng verwandt und gehören zur Gattung der Zypressengewächse; also Nadelhölzer. Mit ihren bis über 100 Metern Höhe sind sie die größten Bäume der Welt. Auch ihr Stammdurchmesser von über 8 Metern, ihr Höchstalter von mehr als 3'000 Jahren und ihr Gesamtgewicht von bis zu 2'000 Tonnen lässt sich sehen. Das rötliche Holz gehört zu den wertvollsten und dauerhaftesten Nutzhölzern auf dem Weltmarkt. Es wird gerne für Möbel, Täfelungen, Fenster und Fußböden verwendet, lässt sich gut spalten und ist auch für Dachschindeln begehrt. Weitgehend ist es resistent gegen Insekten, Fäulnis und Pilzbefall, und dabei gut verarbeitbar.

Die Indianer sahen in den Mammutbäumen «heilige Hüter des Waldes» und begegneten diesen Baumriesen mit großem Respekt. Leider folgten die weißen Siedler nicht diesem Beispiel. Vor bald zwei Jahrhunderten begannen sie, das Holz kommerziell zu nutzen und inzwischen sind mehr als 95 Prozent der Bestände verschwunden. Glücklicherweise regt sich immer mehr Widerstand und an verschiedenen Orten wurden Nationalparks eingerichtet.

Der reicheren Oberschicht ist es zu verdanken, dass vor gut hundert Jahren der Mammutbaum in Europa Furore machte: Besonders in Parkanlagen und bei den großzügigen Fabrikantenvillen wurden Sequoien gesetzt. Die meisten stehen heute unter Schutz. Hin und wieder muss jedoch einer dieser mittlerweile mächtigen Bäume gefällt werden, weil er ungünstig steht oder erkrankte. Das beschert uns die Möglichkeit, dann und wann etwas von diesem kostbaren Holz zu erhalten, ohne die Wälder jenseits des Atlantiks weiter zu gefährden.


Flötenbau: Sequoienholz wurde unseres Wissens noch nie für den Blockflötenbau verwendet. Unsere ersten «Gehversuche» im Jahre 2010 waren soweit ermutigend, sodass wir es seither bei der Erdklangflöte anbieten. Das leichte Holz ist für dieses Musikinstrument wunderbar geeignet. 


Klangfarbe: warm, weich und chorisch.




Mooreiche


Mooreiche – Quercus spp.

Herkunft: Europa, Russland

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60

Eigenschaften: Dieses Holz stammt nicht von einer speziellen Eichenart – vielmehr ist es gewöhnliches Eichenholz, das nach dem Absterben des Baumes in einem Moor versank und dadurch über Jahrtausende konserviert wurde. Beim Abbau von Torf finden sich immer wieder mal solche Stämme, die gewöhnlich für die Wissenschaft von Interesse sind. Sie lassen sich mit der Radiokarbonmethode datieren und ihr Alter verrät etwas über die Vergangenheit des Fundortes. Hin und wieder werden größere – häufig dunkelbraun bis anthrazitfarbige – Stämme auch zu Furnier geschnitten und im Möbelbau verwendet. Das Holz ist meist etwas weicher und weniger dicht als neues Eichenholz, kann aber – je nach Zusammensetzung des Moores – auch deutlich härter und schwerer sein.


Flötenbau: Eiche ist an sich kein Blockflötenbauholz, da es recht große Poren aufweist. Dank der Paraffinbehandlung kann man aber trotzdem Instrumente damit bauen, die wider Erwarten sogar erstaunlich gut klingen und bei Liebhabern ein besonderes Echo finden. Da das Holz eher selten ist, kann es nicht überall einfach gekauft werden und ist entsprechend teuer. Die Verarbeitung muss sorgfältiger geschehen und der Ausschuss bei der Produktion ist groß – das schlägt sich in einem deutlich höheren Preis nieder. Die fertigen Instrumente müssen auch sorgfältiger behandelt werden, da das Holz – durch die lange Lagerung im Moor – auf Feuchtigkeit deutlich empfindlicher ist. Aber das Echo der Spieler lohnt den Aufwand. Denn wer sonst kann schon auf Instrumenten spielen, deren Holz zum Beispiel zur Zeit der alten Ägypter oder Pfahlbauer wuchs? Manche sagen, diese Verbindung zur Vergangenheit mache den Klang so außergewöhnlich. 

1985 hoben Naturschützer in der Nähe von Wetzikon (Kanton Zürich) ein Biotop aus und stießen in zweieinhalb Metern Tiefe auf einen uralten Eichenstamm. Die Jahrringe verrieten: Vier Jahrhunderte hatte er gelebt, bevor er im Sumpf versank. Das 14C-Labor der Universität Zürich (UZ 956) datierte das Holz, und das Büro für Archäologie bestimmte mit den Jahrringbreiten die "Geburtstunde" des alten Baumes: 2907 v.Chr. — ein Zeitgenosse der Ägypter und Sumerer! In geduldiger Entwicklungsarbeit entstand aus dem anthrazitschwarzen, kostbaren Holz eine kleine Serie einzigartiger Sopran- und Alt-Blockflöten. Ihre äußere Form verdanken sie ägyptischen Säulenmotiven. Ausführliche Informationen über das einzigartige Projekt finden Sie unter Mooreichenholz.


Klangfarbe: geschmeidig und zierlich.




Nussbaum


Nussbaum – Juglans regia

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.65 - 0.75


Eigenschaften: Wohl jedermann kennt die gesunden und wohlschmeckenden Walnüsse. Und den meisten ist auch der mächtige und schöne Baum bekannt, der bis zu 30 Meter hoch werden und ein Alter von 150 Jahren erreichen kann. Der Stamm wird bis zu 1.50 Meter dick. Das schön gezeichnete, einheimische Edelholz findet unter anderem als Furnier und massiv im Möbelbau Verwendung.


Flötenbau: Da das Holz ähnliche Eigenschaften aufweist wie der Birnbaum, eignet es sich ebenfalls für den Flötenbau.


Klangfarbe: warm und gehaltvoll.




Olivenholz


Olivenholz – Olea europaea

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 0.90

Herkunft: Mittelmeergebiete, Ostafrika


Eigenschaften: Dieser Baum ist eher langsamwüchsig. Er wird höchstens 15 Meter hoch, kann aber Stammdurchmesser bis gut zwei Meter erreichen. Die ältesten lebenden Exemplare schätzt man auf über 4’000 Jahre! Das Holz ist – dank langsamem Wuchs – schwer und dicht und lässt sich gut drehen und polieren. Aus dem schön gemaserten, gelbbraunen Holz fertigt man kleinere Möbelstücke, Küchengeräte und Gebrauchsgegenstände.


Flötenbau: Olivenholz eignet sich gut für den Instrumentenbau und wurde auch in der Vergangenheit (wo es erhältlich war) für die Herstellung von Flöten verwendet.

Klangfarbe: rund, warm, füllig und weich. Olivenflöten vermischen sich klanglich sehr gut mit anderen Instrumenten.




Palisander


Palisander – Dalbergia spp.

Herkunft: Brasilien (Rio-Palisander, Dalbergia nigra), Indien (Ostindischer Palisander, Dalbergia latifolia), Mittelamerika (Honduras Palisander, Dalbergia stevensonii)

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.05

Eigenschaften: Palisanderbäume werden zwischen 20 und 25 Meter hoch und erreichen einen Durchmesser von 1 Meter (Ostindischer Palisander bis 1.50 Meter). Das Holz ist hart, dicht und schwer und seine Farbe schwankt je nach Art zwischen hellbraun und violettbraun. Zum Teil weist es eine attraktive Streifung auf.


Flötenbau: Wir verwenden drei Sorten von Palisanderhölzern: Amazonas-, Honduras- und Ostindischer Palisander. Diese Palisanderarten eignen sich sehr gut für den Bau von Blockflöten; sie überzeugen klanglich und optisch. Da der Rio-Palisanderbaum seit Jahren geschützt ist, können wir keine Instrumente mehr ins Ausland verkaufen – von diesem kostbaren Holz haben wir aus sehr alten Lagerbeständen (1970 und älter) noch einige Exemplare.

Klangfarbe: strahlend, voll und obertonreich.




Peroba Rosa


Peroba rosa – Aspidosperma polyneuron

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00

Herkunft: Argentinien


Eigenschaften: Der Baum kann bis 35 Meter hoch und 1.50 Meter dick werden. Sein Holz ist mittelschwer und rötlichbraun, manchmal mit dunkleren Streifen durchsetzt. Es lässt sich gut bearbeiten, splittert aber leicht und stumpft die Werkzeuge stark ab. 


Flötenbau: Dank den guten Klangeigenschaften eignet sich dieses Holz auch für den Flötenbau.


Klangfarbe: klar zeichnend und voll.




Pflaume


Pflaume, Zwetschge – Prunus domestica

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.85

Herkunft: Europa


Eigenschaften: Pflaumen- und Zwetschgenbäume werden selten höher als 5 bis 7 Meter und die Stämme erreichen selten einen größeren Durchmesser als 30 Zentimeter. Dazu ist diese Gattung recht langsamwüchsig. Das wirkt sich auf Verfügbarkeit und Preis des Holzes stark aus. Nicht selten sind die älteren Bäume zudem innen morsch. Das mittelschwere, recht dichte Holz ist mit seinem rötlichen Braun sehr begehrt für Drechselwaren, Messergriffe und Einlegearbeiten. 


Flötenbau: Da Pflaumen-/Zwetschgenholz zu den wenigen dichteren europäischen Hölzern gehört, wurde es schon früh für den Blockflötenbau verwendet und gehört auch heute noch zu den einheimischen Favoriten.


Klangfarbe: warm und tragfähig.




Redheart


Redheart – Erythroxylon spp.

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): Red Heart 0.60 - 0.70

Herkunft: Mexiko


Eigenschaften: Der Redheartbaum erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern und wird bis zu einem halben Meter dick. Sein eher leichtes und weiches Holz besitzt eine feinporige Struktur und besticht im frischen Zustand mit einem leuchtenden Wassermelonenrosa, das sich unter Lichteinfluss ziemlich bald in ein warmes Braun verfärbt.


Flötenbau: Dieses Holz eignet sich – trotz geringerer Dichte – relativ gut für den Flötenbau.


Klangfarbe: weich und chorisch.




Rosenholz


Rosenholz (Bahia) – Dalbergia decipularis

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00

Herkunft: Östliches Südamerika


Eigenschaften: Dieses Holz hat nichts mit unseren Rosenbüschen zu tun; den Namen verdankt es dem rosenähnlichen Duft frisch aufgeschnittener Stämme und seiner intensiv rötlichen Farbe. Die Bäume werden kaum 9 Meter hoch und nur selten bis zu 30 Zentimeter dick. Das Holz ist sehr hart, dicht, schwer und auch spröde. Dennoch lässt es sich gut bearbeiten und wurde schon bald nach seiner Entdeckung für den Bau kostbarer Möbel verwendet. Es gehört zu den besonders teuren Hölzern – nicht zuletzt wegen seiner geringen Verfügbarkeit. 


Flötenbau: Rosenholz liefert dank seinem rötlich gestreiften Holz äußergewöhnlich schöne Instrumente. Es ist allerdings ratsam, sie nicht intensivem Sonnenlicht auszusetzen, da der Farbton sonst rasch ausbleicht.


Klangfarbe: kräftig und ausgewogen, weich und doch kernig.




Veilchenholz


Veilchenholz, australisches – Acacia homalophylla

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.05 - 1.15

Herkunft: Südaustralien (Victoria und Queensland). In den Vereinigten Staaten von Amerika wird diese Gattung auch kultiviert.


Eigenschaften: Der Baum, der höchstens 10 Meter hoch wird, liefert ein sehr hartes, dekoratives, wechselwüchsiges, schweres und dichtes Holz. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und riecht dabei ein wenig nach Veilchen. Es wird gerne für Drechselwaren, Intarsien, Messergriffe und Tabakpfeifen verwendet.

Flötenbau: Ein attraktives Holz für den Flötenbau – sowohl optisch wie auch klanglich.

Klangfarbe: ausgewogen, strahlend und obertonreich, klar, kräftig.




Weißbuche


Weißbuche (auch Hainbuche) – Carpinus betulus

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.95

Herkunft: Europa


Eigenschaften: Der Baum wird bis 25 Meter hoch, kann Stammdurchmesser bis zu einem Meter erreichen und sein Höchstalter beträgt rund 200 Jahre. Sein Holz ist äußerst hart, zäh, schwer und dicht, weist einen beige-weißen Farbton auf und lässt sich gut bearbeiten. Es wurde früher zur Herstellung von Zahnrädern sehr geschätzt, für Schuhleisten, Webstühle, landwirtschaftliche Geräten, usw. Heute findet es noch Verwendung als Parkett, für Hackblöcke und im Klavierbau für die Hämmer.


Flötenbau: Trotz seiner Dichte wurde Weißbuche früher nur selten zur Herstellung von Blockflöten verwendet. Es eignet sich jedoch gut dafür. 


Klangfarbe: klar zeichnend und voll.




Zapatero


Zapatero – Gossypiospermum praecox

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0,75 - 0,85

Herkunft: Kuba, Dominikanische Republik, Kolumbien, Venezuela


Eigenschaften: Der Baum ist mit 10 Metern Höhe und Stammdurchmessern von 30 Zentimeter eher kleinwüchsig. Das schwere und dichte Holz ist rahmweiß bis zitronengelb, weist eine feine Textur auf und wird für den Bau von Webschiffchen, Griffen, Messinstrumenten, Gravurblöcken, Pfeifenköpfen und ähnlichem eingesetzt.


Flötenbau: Zapatero wird gerne an Stelle von Buchsbaum verwendet, da es farblich ähnlich, gleichzeitig aber günstiger, problemlos erhältlich und leichter zu verarbeiten ist. Leider ersetzen diese Instrumente klanglich jedoch nicht die echten Buchsbaumblockflöten.


Klangfarbe: warm und tragfähig.




Zebrano


Zebrano – Microberlinia spp.

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.85

Herkunft: Westafrika (vor allem Gabun und Kamerun), Asien


Eigenschaften: Die zebraähnliche Streifung ist das charakteristische Erkennungszeichen. Die Holzfarbe ist gelblich mit wellenförmigen, ungleich breiten, tiefbraunen Adern. Das Holz ist ziemlich hart, dicht und spröde und muss langsam getrocknet werden. Es wird unter anderem für die Bildhauerei verwendet, den Innenausbau, Parkett, Sportgeräte und Griffe. Der Zebranobaum kann bis zu 40 Metern Höhe und einen Stammdurchmesser von einem Meter erreichen.


Flötenbau: Eignet sich gut für den Bau von Flöten und liefert mit seiner besonderen Struktur sehr attraktive Instrumente.


Klangfarbe: deutlich zeichnend und voll.












Wunder Baum


Erholsame Ruhe, frische Luft, prächtige Farben: Ein Spaziergang in der Nähe von Bäumen und in einem Wald ist mehr als nur reine Entspannung! Kaum eine andere Tätigkeit eignet sich so gut zum Abschalten und Auftanken wie ein Aufenthalt bei Bäumen. Bereits wenige Schritte in der grünen Oase sorgen dafür, dass die Anspannung sinkt, der Körper und unser Wohlbefinden von der Heilkraft der Bäume profitieren kann. Die einzigartige Mischung aus Pflanzen, der erdigen Luft und dem Spiel aus Licht und Schatten tun Körper und Seele gleichermaßen gut.


Was viele nicht ahnen: Ein Spaziergang in unmittelbarer Nähe von Bäumen und im Wald vermag weit mehr, als nur der Entspannung zu dienen. In mancher Hinsicht, das belegen Studien, bieten sie einen ähnlich großen gesundheitlichen Nutzen wie schweißtreibender Sport. Viele Menschen unterschätzen diesen Effekt, da der Energieverbrauch beim Spazierengehen wenig hoch erscheint. Wer aber lange genug unterwegs ist, verbrennt ebenso eine Menge Kilokalorien. Ein 80 Kilogramm schwerer Mensch verbraucht auf einer Distanz von vier Kilometern in einer Stunde ungefähr 240 Kilokalorien. Legt er die gleiche Strecke joggend in 30 Minuten zurück, verbrennt er etwa 320 Kilokalorien, nur wenig mehr. Der deutsche Sportmediziner Joachim Latsch erklärt: «Beim Gehen werden etwa doppelt so viele Schritte wie beim Joggen gemacht, was Muskelarbeit erfordert. Beim Joggen ist die Arbeit pro Schritt zwar größer, aber viele kleine Schritte verbrauchen in der Endsumme etwa genauso viel Energie».

Wo Bäume sind, geht es uns gut. Warum das Baumgrün so heilsam ist, beschäftigt Forscher weltweit. Sie finden ständig neue Erklärungen dafür, warum Bäume und Waldspaziergänge positiv auf unser Herz-Kreislaufsystem wirken, unsere Immunabwehr stärken und unsere Seele ins Gleichgewicht bringen. Der Mensch interagiert mit dem Ökosystem Baum und Wald auf verschiedenartige Weise. Japanische Forscher fanden heraus, dass der Stresshormon-Pegel bei Menschen, die Bäume betrachten, bereits deutlich sinkt.




Bioaktive Substanzen gelangen über die Luft beim einatmen und über die Haut beim Gang durch den Wald in den Körper. Unsere Sinnesorgane nehmen die waldtypischen Geräusche wahr, das Auge erfasst das mystische Schattenreich eines Laubwaldes in der Vegetationszeit, wo kaum 3% der Lichtmenge über dem Blättermeer auf den Waldboden dringt. Das Ökosystem interagiert mit unserem Immunsystem und, so haben es südkoreanische und japanische Wissenschaftler naturwissenschaftlich erfasst, fördern die Produktion der segensreichen Killerzellen. Das sind die körpereigenen Abwehrzellen, die ständig auf der Suche nach Bakterien und Viren den menschlichen Körper durchkämen und gefahrbringende Angreifer und Eindringlinge bekämpfen.

In Japan und Südkorea sind Waldluftbäder (Shinrin-yoku) inzwischen weit verbreitet. Experten sind sich sicher: Baum- und Waldluft mit ihren bioaktiven Terpenen können als ein Faktor in der Vorbeugung gegen Krebs betrachtet werden. Welche Auswirkungen und Einflüsse so ein Baum- und Waldbad auf unser Unterbewusstsein hat, weshalb das Wohlfühlhormon Serotonin überreichlich ausgeschüttet wird, weshalb der Blutzuckerspiegel sinkt und die Nebennierenrinde verstärkt das Hormon DHEA (Herzschutz-Substanz) produziert – die Wissenschaft steht noch am Anfang. Der deutsche Forstwirtschaftler Manfred Baum fasst die gesundheitsrelevanten Parameter des Waldes folgendermaßen zusammen: Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Lärm- und Reizreduktion, Staub- und Keimreduktion, Ionisation und elektromagnetische Absorbierung, ätherische Öle und Phytozide. Heute wird Baum/Wald und Holz immer mehr von der Wissenschaft als Organismus erkannt – zusammen mit den unglaublichen Fähigkeiten für unsere Umwelt und uns Menschen.



Internationale Studien nachweisen die wohltuende Wirkung von Bäumen und des Waldes wiederholt, sodass Mediziner Bäume und Wald bereits als Medizin der Zukunft loben, als wohl älteste Apotheke der Welt.