















Riegelahorn (auch: Wimmerahorn) – meist Acer pseudoplatanus
Der Bergahorn unterscheidet sich bezüglich der Holzqualität nicht groß von anderen Ahornarten, kann aber optisch eine markante Besonderheit aufweisen – eben den „Riegelwuchs“. Diese Baumart kommt in ganz Nord-, Mittel- und Osteuropa vor. Besonders geschätzte Wuchsgebiete sind Schottland und Bosnien.
Die meisten Bergahorne liefern ein normales Holzmuster, nur einzelne weisen den Riegel- oder Wimmerwuchs auf. Deshalb sind sie besonders begehrt. Sie werden zu unterschiedlichsten Drechselwaren und Messergriffen verarbeitet, zu Furnier geschnitten, als Parkett verwendet und speziell der Geigenbauer schätzt sein geriegeltes Holz, um mit seiner dekorativen Optik den Violinenboden aufzuwerten.
Die üblicherweise im wachsenden Baum gerade verlaufenden Fasern sind in sich gewellt. Die Säge schneidet sie beim Auftrennen des Stammes an. Nun wird das Licht auf den wechselnden Stellen unterschiedlich reflektiert und zeigt das optische Phänomen von helleren und dunkleren Streifen. Kippt man so ein Brett, scheinen sich darauf sogar „Flammen“ zu bewegen – daher redet man auch von „geflammtem Ahorn“.
Warum einzelne Bäume diesen Wimmerwuchs ausbilden, ist – soweit wir wissen – wissenschaftlich nicht ganz geklärt. Man vermutet genetische Veranlagungen; aber auch stärkere Druck- und Zugbelastungen in Krümmungen, die das wachsende Holz stauchen, könnten dafür verantwortlich sein. Die Eigenschaften von gewimmertem Holz sind identisch mit normal gewachsenem. Es lässt sich lediglich zum Teil weniger gut bearbeiten (vor allem hobeln).
Riegelahorn ist das teuerste aller einheimischen Hölzer, und wohl nur wenige Spielerinnen und Spieler wissen um die große Besonderheit ihres Instrumentes. Selten findet sich Wimmerwuchs auch bei anderen Hölzern; unter anderem bei Obstbaumarten, Walnussbaum, usw.
Adina (Asiatisches Gelbholz) – Adina cordifolia
Herkunft: Asien (Indien, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam)
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60
Eigenschaften: Seine Farbe ist gelborange bis graubraun. Struktur: weich und feinporig. Geringe Dichte – und damit auch geringes Gewicht! Der Baum kann bis 20 Meter hoch und einen Durchmesser von 1.50 Meter erreichen.
Flötenbau: Adina ist ein eher neueres Flötenbauholz, aber es bewährt sich gut.
Klangfarbe: Trotz geringem Gewicht erstaunlich klarer, satter Klang; weich, und dennoch oft lauter als Birne.
Amarant – Peltogyne venosa
Herkunft: Suriname
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00
Eigenschaften: Das Holz ist sehr dicht und hart und weist eine prächtige, purpurrote bis violette Farbe auf, die später zu einem violettbraun nachdunkelt. Der Baum kann bis 50 Meter hoch werden und Durchmesser bis 1.20 Meter erreichen.
Flötenbau: Uns Instrumentenbauer stellt dieses Holz auf die Probe, da es sehr anspruchsvoll bei der Bearbeitung ist. Doch es belohnt sowohl uns Erbauer als auch die Spielerinnen und Spieler durch seinen schönen Klang und seiner außergewöhnlichen Färbung. Das gediegene Hartholz ist ein Blickfang.
Klangfarbe: warm, gehaltvoll, klar und relativ kräftig.
Birne – Pirus communis
Herkunft: Europa
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.65 - 0.75
Eigenschaften: Dieser einheimische Obstbaum kann eine Höhe von 15 Metern erreichen, einen Durchmesser bis 90 Zentimeter und ein Alter von 200 Jahren. Sein Holz ist rötlichbraun, mäßig hart, feinporig, weist dann und wann Wimmerwuchs auf und lässt sich gut bearbeiten.
Flötenbau: Birnbaum gehört zu den am häufigsten verwendeten Hölzern im Flötenbau. Es ist nicht übermäßig teuer und eignet sich auch für Anfängerinstrumente.
Klangfarbe: Warm, weich und chorisch – geeignet für das Spiel in der Gruppe.
Bocote – Cordia spp.
Herkunft: Mittel- und Südamerika
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.05
Eigenschaften: Schweres und dichtes Holz mit außergewöhnlich schöner Maserung von dunkelbraunen Adern auf goldgelbem bis kaffeebraunem Grund. Sehr gut dreh- und polierbar. Der Baum wird bis 30 Meter hoch und kann einen Durchmesser von 1.50 Meter erreichen.
Flötenbau: Es eignet sich gut für Erdklangflöten und ist nicht zuletzt dank seiner auffallenden Maserung eine Attraktion.
Klangfarbe: klar, brillant und kräftig.
Bubinga – Guibourtia spp.
Herkunft: Afrika (Kamerun, Gabun, Kongo)
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00
Eigenschaften: Dieser exotische Baum kann bis zu 50 Meter hoch werden und Durchmesser von 1.50 Metern erreichen. Das rötlichbraune Holz ist dicht, hart, schwer und sehr belastbar. Es besitzt teilweise eine seidenglänzende, schimmernde Oberfläche.
Flötenbau: Bubingaholz lässt sich relativ gut verarbeiten und wird seit Jahrzehnten verwendet.
Klangfarbe: klar, weich und kräftig.
Buchsbaum – Buxus sempervirens
Herkunft: Europa, speziell in den wärmeren Gebieten. Bei uns vor allem in Parkanlagen anzutreffen.
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.90 - 1.10
Eigenschaften: Der europäische Buchs gedeiht mehr strauchartig und gehört mit seiner selten erreichten maximalen Höhe von acht Metern zu den unscheinbaren Bäumen. Er wächst überaus langsam (in 100 Jahren wird ein Stamm nur etwa zehn Zentimeter dick), doch dabei entsteht ein außergewöhnlich dichtes, schweres, hellgelbes bis goldenes Holz mit hervorragenden Eigenschaften. Bei guten Verhältnissen kann der Baum bis zu 600 Jahre alt werden und im Idealfall sogar einen Stammdurchmesser von 90 Zentimetern erreichen!
Flötenbau: Europäischer Buchsbaum war das klassische Blockflötenholz der Vergangenheit und genießt bei Kennern auch heute noch höchste Wertschätzung.
Klangfarbe: kräftig, tragend und satt; besonders edel.
Das Holz des Buchsbaumes war den Blasinstrumentenbauern der Renaissance- und Barockzeit das wichtigste. Früher besiedelte der Buchsbaum ganz Europa, heute wächst er in größeren Stückzahlen nur noch in Süd, West- und Mitteleuropa. Bei uns findet er sich vor allem in Parkanlagen. Der Baum wächst extrem langsam (wir zählen bei unseren verwendeten Stämmen auf 11 Zentimeter Durchmesser rund 180 Jahrringe), bleibt niedrig (bis 5 Meter Höhe) und im Umfang begrenzt. Der europäische Buchsbaum gehört zu den dichtesten und feinsten Hölzern überhaupt. Es eignet sich hervorragend zur Herausarbeitung feinster Formen. In der Blockflöte wird sein sehr brillantes und gleichzeitig warmes Klangbild hoch geschätzt. Ja, hier ist sogar ein Phänomen zu beobachten: Sofern das Instrument mit Sorgfalt behandelt und gepflegt wird, kann sich sein Klang im Laufe der Jahre entwickeln und dabei immer reicher werden! Und nicht zuletzt schätzt der Kenner auch die feine, satinartige Oberfläche des Holzes.
Allerdings: Uns Instrumentenbauer stellt das europäische Buchsbaumholz vor etliche Schwierigkeiten. Es ist außerordentlich zäh, die geringen Stammdurchmesser lassen kein rationelles Arbeiten zu und die vielen Äste bieten weitere Hindernisse. Nur selten gelingt es, ein Instrument aus einer einzigen Holzkantel zu fertigen. Dafür machen umgekehrt die kleinen Verwachsungen, Äste und farblichen Unterschiede das fertige Instrument einmalig.
Ein Nachteil des Holzes ist seine ausgeprägte Sensibilität gegen Feuchtigkeit. Der Windkanal kann sich mit der Zeit verändern oder sogar verziehen. Deshalb sollten die Instrumente behutsam eingesetzt und nicht mit langen Spielzeiten überbeansprucht werden. Doch auch hier hat die Medaille zwei Seiten: Diesen Nachteilen steht dafür der einzigartige, «goldene» Klang gegenüber! Deshalb mühen wir uns gerne weiter mit dem widerspenstigen Buchsbaum ab – um daraus den «Rolls Royce der Flöten» zu bauen.
Castelo, Zapatero, Marakaibo- oder indischer, wie auch südamerikanischer «Buchsbaum» werden von manchen Instrumentenbauern als Alternative angeboten. Tatsächlich sehen sie dem europäischen Buchsbaum in ihrer feinen und gleichmäßigen Struktur ähnlich. Ihr Holz ist günstig in größeren Dimensionen erhältlich, deutlich einfacher zu verarbeiten, und muss nie so lange gelagert und getrocknet werden wie der echte Buchsbaum (um das Verziehen der Instrumente zu minimieren). Aber: Ihr Klang lässt sich leider in keiner Weise mit dem Original vergleichen!
Xylaria-Buche (gestocktes Buchenholz) – Fagus sylvatica
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.95
Herkunft: Schweiz
Eigenschaften: In manchen abgestorbenen Hölzern hinterlässt ein Pilz mit dem geheimnisvollen Namen »Xylaria hypoxyylon« auffällige schwarze Linien. Besonders oft sind sie in totem Buchenholz zu finden. Dieser unscheinbare, zwei bis fünf Zentimeter große Pilz heißt zu Deutsch »Geweihförmige Holzkeule«, ist ziemlich häufig und befällt ausschließlich abgestorbenes Laubholz – meistens abgefallene Äste. Im Längsschnitt erinnern die schwarzen Linien entfernt an Zebranoholz, im Querschnitt finden sich landkartenähnliche Muster.
Die Rotbuche gehört in unseren Wäldern zu den häufigsten Laubhölzern, kann 300 Jahre alt und 45 Meter hoch werden und bis zu 2 Meter Durchmesser erreichen. Das feinporige und gleichmäßig gemaserte Holz ist sehr hart und zäh und wird in vielen Bereichen eingesetzt – vom Möbelbau über Parkett und Treppenbau bis zu Drechselwaren. Auch als Brennholz ist es mit seinem hohen Heizwert sehr gefragt.
Gewöhnlich hat das Holz eine Dichte von 0.7 (lufttrocken in Gramm / cm³). Xylaria-Buche hingegen weist durch das Wirken des Pilzes geringere Werte auf. Gerne wird es für dekorative Artikel von Drechslern benützt.
Flötenbau: Buche ist ein im Blockflötenbau nur selten verwendetes Holz, obwohl es an sich etliche gute Eigenschaften aufweist. Das dürfte einerseits an seiner eher etwas monotonen Farbe liegen, andererseits, weil die vielen Alltagsgegenstände aus Buchenholz einen geringeren »Wert« suggerieren. Durch die dekorative Zeichnung des Xylariapilzes gewinnt es jedoch deutlich an Attraktivität.
Unser verwendetes Holz wird speziell von einem Schweizer Bauern «gezüchtet»; d.h. er lässt die meterlangen Stammstücke im Wald reifen, bis sich der Pilz darin genügend entwickelt hat. Das dauert gewöhnlich drei bis vier Jahre. Doch nicht jeder Block weist danach die gewünschte Zeichnung auf; so ist das Auftrennen der Stammstücke jedes Mal eine Überraschung. Deshalb können wir die Instrumente aus diesem Holz nur beschränkt anbieten.
Klangfarbe: warm, weich und chorisch.
Ebenholz – Diospyros ebenum
Herkunft: Afrika, Sri Lanka, Madagaskar, Indonesien
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.00 - 1.20
Eigenschaften: Die Familie der Ebenhölzer umfasst mehrere Arten aus verschiedenen Erdteilen. Sie gehören zu den besonders dichten und harten Hölzern. Das begehrte tiefschwarze Ceylon-Ebenholz ist heute auf dem Markt kaum mehr erhältlich. Der Baum wird bis maximal 15 Meter hoch und einen halben Meter dick. Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica) aus Indonesien rechnet man zu den „farbigen“ Ebenhölzern, da sein Kernholz gelbliche bis braune Streifen aufweist. Auch diese Baumart wird nicht überaus mächtig: 15 bis 20 Meter hoch mit einem Stammdurchmesser von maximal 40cm.
Flötenbau: Ceylon-Ebenholz wird beim Instrumentenbau kaum mehr verwendet, da seine heute sehr reduzierten Bestände geschützt sind. Vereinzelt kann man noch alte Restposten dieser Hölzer aufkaufen. Als Ersatz dient heute hauptsächlich Grenadill, wenngleich es nicht ganz so schwarz ist. Makassar-Ebenholz ist derzeit noch erhältlich und liefert schöne Instrumente.
Klangfarbe: Kräftig, klar, strahlend und rein.
Eibe – Taxus baccata
Herkunft: Europa
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.60 bis 0.70
Eigenschaften: Eiben wachsen äußerst langsam; pro Jahr nur ca. 1 bis 3 Zentimeter. Sie werden dafür über 1’000 Jahre alt und können Höhen von bis zu 20 Metern und Stammdurchmesser bis 1 Meter erreichen. Das Holz ist außergewöhnlich zäh, dicht, biegsam und auch bei Feuchtigkeit dauerhaft. Es lässt sich gut bearbeiten. Meist ist es rötlichbraun mit gelblichem Splint und feinjährig. Es wird zu Furnier verarbeitet, Drechselwaren, Möbel und Innenausbau, Zaunpfähle und im Instrumentenbau.
Flötenbau: Früher wurden auch Blockflöten aus Eibenholz hergestellt; das Holz hat sich dabei durch seine guten Verarbeitungseigenschaften sehr bewährt. Es neigt kaum zu Rissbildung oder Schimmelbefall. Zwar ist es an sich giftig; der Wirkstoff „Taxin B“ findet sich in den Blättern, Samen und eben auch im Holz. Deshalb sind bei der Verarbeitung Vorsichtsmassnahmen notwendig. Doch von den fertigen Instrumenten geht keine Gefahr aus. Da man über Jahrhunderte Raubbau an den ursprünglich großen Eibenbeständen betrieb, wurden sie sehr rar – deshalb stand dieses Holz auch kaum mehr für den Flötenbau zur Verfügung.
Klangfarbe: Warm, weich und klar.
Elfenbein
Herkunft: Afrika, Indien
Eigenschaften: sehr dicht, kompakt, gut zu verarbeiten.
Flötenbau: Früher gab es Blockflöten aus den Stosszähnen von Elefanten. Sie wurden häufig mit silbernen oder goldenen Klappen versehen und in reich verzierten Etuis aufgehoben. Heute gibt es keine Elfenbeinflöten mehr zu kaufen, da die Elefanten (und verwandte Tiere, die Elfenbein liefern) zu Recht unter Artenschutz stehen. Seit einiger Zeit ist allerdings Mammutelfenbein aus Russland auf dem Markt. Manchmal weist es starke Risse auf, doch zum Teil ließen sich aus diesen uralten, fossilen Zähnen durchaus Blockflöten herstellen. Indes ist das Rohmaterial sehr teuer. Nach unserem Wissensstand hat das noch kein Flötenbauer versucht.
Klangfarbe: kräftig, klar.
Grenadill – Dalbergia melanoxylon
Herkunft: Afrika (Steppengebiete)
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.15 - 1.25
Eigenschaften: Dieses annähernd schwarze Holz ist sehr hart und dicht. Der Baum wird mittelgroß und bis er geerntet werden kann, dauert es 70 bis 100 Jahre. Dieses Holz wurde schon in vergangenen Zeiten sehr geschätzt: Wissenschaftler konnten das dunkle Holz von Möbelstücken in altägyptischen Gräbern als Grenadill identifizieren.
Flötenbau: Grenadill eignet sich hervorragend zum Bau von Instrumenten. Nicht zuletzt sind Flöten aus diesem Holz sehr beständig.
Klangfarbe: sehr kräftig, klar, brillant, elegant und tragfähig.
Kirsche – Prunus avium
Herkunft: Europa
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.70
Eigenschaften: Das Holz freistehender Kirschbäume besitzt meist einen warmen rotbraunen Ton mit leichter Streifung. Stämme, die im Wald aufwuchsen, weisen hingegen einen eher gelblichgrünen Holzfarbton auf. Der Baum kann 20 Meter hoch werden und der Stammdurchmesser bis 60 Zentimeter aufweisen. Er erreicht ein maximales Alter von 100 Jahren. Das mittelschwere und mittelharte Holz lässt sich einigermaßen gut bearbeiten.
Flötenbau: Instrumente aus Kirschbaumholz zu bauen ist nicht ganz einfach, da es eine gewisse Faserigkeit aufweist, was einen deutlichen Mehraufwand bei der Intonation erfordert. Weil es aber ein einheimisches Edelholz ist und alle anderen Eigenschaften überzeugen, lohnt sich der Aufwand.
Klangfarbe: leicht und elegant.
Herkunft: Ein Erdölprodukt
Eigenschaften: Kunststoffe sind äußerst günstig und sehr einfach zu verarbeiten. Statt Instrumente mühsam zu bohren, drehen, fräsen und schleifen, lassen sie sich im Spritzgussverfahren und seit einigen Jahren mit 3-D-Drucker formen.
Flötenbau: Die Entwicklung von Kunststoff-Flöten erschien zu Beginn wie ein großer Coup, da die Instrumente plötzlich überaus günstig, einfach und schnell produziert werden konnten. Außerdem hatten sie besondere Eigenschaften: Gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen völlig unempfindlich und selbst gegen Schläge recht robust. Es wurde angenommen, dass sie zumindest die günstigeren Holzflöten rasch verdrängen würden (ähnlich wie Kunststoffbehälter die Holzkisten ablösten). Doch rasch wurde erkannt, dass dieses Material neben klaren Vorteilen auch deutliche Nachteile mit sich bringt. Zu den größten gehört, dass der Windkanal keine ausgleichende Wirkung auf die Atemfeuchtigkeit hat – das heißt, dass die Flöte rasch «heiser» wird und durch den Speichelfluss verstopft. Viele Spielerinnen und Spieler empfanden auch das Material als unangenehm, leblos und «billig». Deshalb begrenzt sich die Verwendung von Kunststoff-Flöten eher auf Kinder, die mit einem besseren Instrument noch nicht optimal umgehen können.
Klangfarbe: Sorgfältig konstruierte Kunststoffinstrumente können durchaus einen angenehmen Klang aufweisen.
Mammutbaum & Redwood – Sequoiadendron giganteum & Sequoia sempervirens
Herkunft: Westliche USA / Kanada
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.40 - 0.45
Eigenschaften: Beide Mammutbaumarten sind eng verwandt und gehören zur Gattung der Zypressengewächse; also Nadelhölzer. Mit ihren bis über 100 Metern Höhe sind sie die größten Bäume der Welt. Auch ihr Stammdurchmesser von über 8 Metern, ihr Höchstalter von mehr als 3'000 Jahren und ihr Gesamtgewicht von bis zu 2'000 Tonnen lässt sich sehen. Das rötliche Holz gehört zu den wertvollsten und dauerhaftesten Nutzhölzern auf dem Weltmarkt. Es wird gerne für Möbel, Täfelungen, Fenster und Fußböden verwendet, lässt sich gut spalten und ist auch für Dachschindeln begehrt. Weitgehend ist es resistent gegen Insekten, Fäulnis und Pilzbefall, und dabei gut verarbeitbar.
Die Indianer sahen in den Mammutbäumen «heilige Hüter des Waldes» und begegneten diesen Baumriesen mit großem Respekt. Leider folgten die weißen Siedler nicht diesem Beispiel. Vor bald zwei Jahrhunderten begannen sie, das Holz kommerziell zu nutzen und inzwischen sind mehr als 95 Prozent der Bestände verschwunden. Glücklicherweise regt sich immer mehr Widerstand und an verschiedenen Orten wurden Nationalparks eingerichtet.
Der reicheren Oberschicht ist es zu verdanken, dass vor gut hundert Jahren der Mammutbaum in Europa Furore machte: Besonders in Parkanlagen und bei den großzügigen Fabrikantenvillen wurden Sequoien gesetzt. Die meisten stehen heute unter Schutz. Hin und wieder muss jedoch einer dieser mittlerweile mächtigen Bäume gefällt werden, weil er ungünstig steht oder erkrankte. Das beschert uns die Möglichkeit, dann und wann etwas von diesem kostbaren Holz zu erhalten, ohne die Wälder jenseits des Atlantiks weiter zu gefährden.
Flötenbau: Sequoienholz wurde unseres Wissens noch nie für den Blockflötenbau verwendet. Unsere ersten «Gehversuche» im Jahre 2010 waren soweit ermutigend, sodass wir es seither bei der Erdklangflöte anbieten. Das leichte Holz ist für dieses Musikinstrument wunderbar geeignet.
Klangfarbe: warm, weich und chorisch.
Mooreiche – Quercus spp.
Herkunft: Europa, Russland
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60
Eigenschaften: Dieses Holz stammt nicht von einer speziellen Eichenart – vielmehr ist es gewöhnliches Eichenholz, das nach dem Absterben des Baumes in einem Moor versank und dadurch über Jahrtausende konserviert wurde. Beim Abbau von Torf finden sich immer wieder mal solche Stämme, die gewöhnlich für die Wissenschaft von Interesse sind. Sie lassen sich mit der Radiokarbonmethode datieren und ihr Alter verrät etwas über die Vergangenheit des Fundortes. Hin und wieder werden größere – häufig dunkelbraun bis anthrazitfarbige – Stämme auch zu Furnier geschnitten und im Möbelbau verwendet. Das Holz ist meist etwas weicher und weniger dicht als neues Eichenholz, kann aber – je nach Zusammensetzung des Moores – auch deutlich härter und schwerer sein.
Flötenbau: Eiche ist an sich kein Blockflötenbauholz, da es recht große Poren aufweist. Dank der Paraffinbehandlung kann man aber trotzdem Instrumente damit bauen, die wider Erwarten sogar erstaunlich gut klingen und bei Liebhabern ein besonderes Echo finden. Da das Holz eher selten ist, kann es nicht überall einfach gekauft werden und ist entsprechend teuer. Die Verarbeitung muss sorgfältiger geschehen und der Ausschuss bei der Produktion ist groß – das schlägt sich in einem deutlich höheren Preis nieder. Die fertigen Instrumente müssen auch sorgfältiger behandelt werden, da das Holz – durch die lange Lagerung im Moor – auf Feuchtigkeit deutlich empfindlicher ist. Aber das Echo der Spieler lohnt den Aufwand. Denn wer sonst kann schon auf Instrumenten spielen, deren Holz zum Beispiel zur Zeit der alten Ägypter oder Pfahlbauer wuchs? Manche sagen, diese Verbindung zur Vergangenheit mache den Klang so außergewöhnlich.
1985 hoben Naturschützer in der Nähe von Wetzikon (Kanton Zürich) ein Biotop aus und stießen in zweieinhalb Metern Tiefe auf einen uralten Eichenstamm. Die Jahrringe verrieten: Vier Jahrhunderte hatte er gelebt, bevor er im Sumpf versank. Das 14C-Labor der Universität Zürich (UZ 956) datierte das Holz, und das Büro für Archäologie bestimmte mit den Jahrringbreiten die "Geburtstunde" des alten Baumes: 2907 v.Chr. — ein Zeitgenosse der Ägypter und Sumerer! In geduldiger Entwicklungsarbeit entstand aus dem anthrazitschwarzen, kostbaren Holz eine kleine Serie einzigartiger Sopran- und Alt-Blockflöten. Ihre äußere Form verdanken sie ägyptischen Säulenmotiven. Ausführliche Informationen über das einzigartige Projekt finden Sie unter Mooreichenholz.
Klangfarbe: geschmeidig und zierlich.
Nussbaum – Juglans regia
Herkunft: Europa
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.65 - 0.75
Eigenschaften: Wohl jedermann kennt die gesunden und wohlschmeckenden Walnüsse. Und den meisten ist auch der mächtige und schöne Baum bekannt, der bis zu 30 Meter hoch werden und ein Alter von 150 Jahren erreichen kann. Der Stamm wird bis zu 1.50 Meter dick. Das schön gezeichnete, einheimische Edelholz findet unter anderem als Furnier und massiv im Möbelbau Verwendung.
Flötenbau: Da das Holz ähnliche Eigenschaften aufweist wie der Birnbaum, eignet es sich ebenfalls für den Flötenbau.
Klangfarbe: warm und gehaltvoll.
Olivenholz – Olea europaea
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 0.90
Herkunft: Mittelmeergebiete, Ostafrika
Eigenschaften: Dieser Baum ist eher langsamwüchsig. Er wird höchstens 15 Meter hoch, kann aber Stammdurchmesser bis gut zwei Meter erreichen. Die ältesten lebenden Exemplare schätzt man auf über 4’000 Jahre! Das Holz ist – dank langsamem Wuchs – schwer und dicht und lässt sich gut drehen und polieren. Aus dem schön gemaserten, gelbbraunen Holz fertigt man kleinere Möbelstücke, Küchengeräte und Gebrauchsgegenstände.
Flötenbau: Olivenholz eignet sich gut für den Instrumentenbau und wurde auch in der Vergangenheit (wo es erhältlich war) für die Herstellung von Flöten verwendet.
Klangfarbe: rund, warm, füllig und weich. Olivenflöten vermischen sich klanglich sehr gut mit anderen Instrumenten.
Palisander – Dalbergia spp.
Herkunft: Brasilien (Rio-Palisander, Dalbergia nigra), Indien (Ostindischer Palisander, Dalbergia latifolia), Mittelamerika (Honduras Palisander, Dalbergia stevensonii)
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.05
Eigenschaften: Palisanderbäume werden zwischen 20 und 25 Meter hoch und erreichen einen Durchmesser von 1 Meter (Ostindischer Palisander bis 1.50 Meter). Das Holz ist hart, dicht und schwer und seine Farbe schwankt je nach Art zwischen hellbraun und violettbraun. Zum Teil weist es eine attraktive Streifung auf.
Flötenbau: Wir verwenden drei Sorten von Palisanderhölzern: Amazonas-, Honduras- und Ostindischer Palisander. Diese Palisanderarten eignen sich sehr gut für den Bau von Blockflöten; sie überzeugen klanglich und optisch. Da der Rio-Palisanderbaum seit Jahren geschützt ist, können wir keine Instrumente mehr ins Ausland verkaufen – von diesem kostbaren Holz haben wir aus sehr alten Lagerbeständen (1970 und älter) noch einige Exemplare.
Klangfarbe: strahlend, voll und obertonreich.
Peroba rosa – Aspidosperma polyneuron
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00
Herkunft: Argentinien
Eigenschaften: Der Baum kann bis 35 Meter hoch und 1.50 Meter dick werden. Sein Holz ist mittelschwer und rötlichbraun, manchmal mit dunkleren Streifen durchsetzt. Es lässt sich gut bearbeiten, splittert aber leicht und stumpft die Werkzeuge stark ab.
Flötenbau: Dank den guten Klangeigenschaften eignet sich dieses Holz auch für den Flötenbau.
Klangfarbe: klar zeichnend und voll.
Pflaume, Zwetschge – Prunus domestica
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.85
Herkunft: Europa
Eigenschaften: Pflaumen- und Zwetschgenbäume werden selten höher als 5 bis 7 Meter und die Stämme erreichen selten einen größeren Durchmesser als 30 Zentimeter. Dazu ist diese Gattung recht langsamwüchsig. Das wirkt sich auf Verfügbarkeit und Preis des Holzes stark aus. Nicht selten sind die älteren Bäume zudem innen morsch. Das mittelschwere, recht dichte Holz ist mit seinem rötlichen Braun sehr begehrt für Drechselwaren, Messergriffe und Einlegearbeiten.
Flötenbau: Da Pflaumen-/Zwetschgenholz zu den wenigen dichteren europäischen Hölzern gehört, wurde es schon früh für den Blockflötenbau verwendet und gehört auch heute noch zu den einheimischen Favoriten.
Klangfarbe: warm und tragfähig.
Redheart – Erythroxylon spp.
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): Red Heart 0.60 - 0.70
Herkunft: Mexiko
Eigenschaften: Der Redheartbaum erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern und wird bis zu einem halben Meter dick. Sein eher leichtes und weiches Holz besitzt eine feinporige Struktur und besticht im frischen Zustand mit einem leuchtenden Wassermelonenrosa, das sich unter Lichteinfluss ziemlich bald in ein warmes Braun verfärbt.
Flötenbau: Dieses Holz eignet sich – trotz geringerer Dichte – relativ gut für den Flötenbau.
Klangfarbe: weich und chorisch.
Rosenholz (Bahia) – Dalbergia decipularis
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00
Herkunft: Östliches Südamerika
Eigenschaften: Dieses Holz hat nichts mit unseren Rosenbüschen zu tun; den Namen verdankt es dem rosenähnlichen Duft frisch aufgeschnittener Stämme und seiner intensiv rötlichen Farbe. Die Bäume werden kaum 9 Meter hoch und nur selten bis zu 30 Zentimeter dick. Das Holz ist sehr hart, dicht, schwer und auch spröde. Dennoch lässt es sich gut bearbeiten und wurde schon bald nach seiner Entdeckung für den Bau kostbarer Möbel verwendet. Es gehört zu den besonders teuren Hölzern – nicht zuletzt wegen seiner geringen Verfügbarkeit.
Flötenbau: Rosenholz liefert dank seinem rötlich gestreiften Holz äußergewöhnlich schöne Instrumente. Es ist allerdings ratsam, sie nicht intensivem Sonnenlicht auszusetzen, da der Farbton sonst rasch ausbleicht.
Klangfarbe: kräftig und ausgewogen, weich und doch kernig.
Veilchenholz, australisches – Acacia homalophylla
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.05 - 1.15
Herkunft: Südaustralien (Victoria und Queensland). In den Vereinigten Staaten von Amerika wird diese Gattung auch kultiviert.
Eigenschaften: Der Baum, der höchstens 10 Meter hoch wird, liefert ein sehr hartes, dekoratives, wechselwüchsiges, schweres und dichtes Holz. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und riecht dabei ein wenig nach Veilchen. Es wird gerne für Drechselwaren, Intarsien, Messergriffe und Tabakpfeifen verwendet.
Flötenbau: Ein attraktives Holz für den Flötenbau – sowohl optisch wie auch klanglich.
Klangfarbe: ausgewogen, strahlend und obertonreich, klar, kräftig.
Weißbuche (auch Hainbuche) – Carpinus betulus
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.95
Herkunft: Europa
Eigenschaften: Der Baum wird bis 25 Meter hoch, kann Stammdurchmesser bis zu einem Meter erreichen und sein Höchstalter beträgt rund 200 Jahre. Sein Holz ist äußerst hart, zäh, schwer und dicht, weist einen beige-weißen Farbton auf und lässt sich gut bearbeiten. Es wurde früher zur Herstellung von Zahnrädern sehr geschätzt, für Schuhleisten, Webstühle, landwirtschaftliche Geräten, usw. Heute findet es noch Verwendung als Parkett, für Hackblöcke und im Klavierbau für die Hämmer.
Flötenbau: Trotz seiner Dichte wurde Weißbuche früher nur selten zur Herstellung von Blockflöten verwendet. Es eignet sich jedoch gut dafür.
Klangfarbe: klar zeichnend und voll.
Zapatero – Gossypiospermum praecox
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0,75 - 0,85
Herkunft: Kuba, Dominikanische Republik, Kolumbien, Venezuela
Eigenschaften: Der Baum ist mit 10 Metern Höhe und Stammdurchmessern von 30 Zentimeter eher kleinwüchsig. Das schwere und dichte Holz ist rahmweiß bis zitronengelb, weist eine feine Textur auf und wird für den Bau von Webschiffchen, Griffen, Messinstrumenten, Gravurblöcken, Pfeifenköpfen und ähnlichem eingesetzt.
Flötenbau: Zapatero wird gerne an Stelle von Buchsbaum verwendet, da es farblich ähnlich, gleichzeitig aber günstiger, problemlos erhältlich und leichter zu verarbeiten ist. Leider ersetzen diese Instrumente klanglich jedoch nicht die echten Buchsbaumblockflöten.
Klangfarbe: warm und tragfähig.
Zebrano – Microberlinia spp.
Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.85
Herkunft: Westafrika (vor allem Gabun und Kamerun), Asien
Eigenschaften: Die zebraähnliche Streifung ist das charakteristische Erkennungszeichen. Die Holzfarbe ist gelblich mit wellenförmigen, ungleich breiten, tiefbraunen Adern. Das Holz ist ziemlich hart, dicht und spröde und muss langsam getrocknet werden. Es wird unter anderem für die Bildhauerei verwendet, den Innenausbau, Parkett, Sportgeräte und Griffe. Der Zebranobaum kann bis zu 40 Metern Höhe und einen Stammdurchmesser von einem Meter erreichen.
Flötenbau: Eignet sich gut für den Bau von Flöten und liefert mit seiner besonderen Struktur sehr attraktive Instrumente.
Klangfarbe: deutlich zeichnend und voll.

