Pflege GAIA Erdklangflöte®



Die
handgefertigte GAIA Erdklangflöte® ist ein robustes, langlebiges Instrument. Dennoch besteht sie aus einem lebendigen Naturmaterial und verdient einen achtsamen Umgang. Gerne geben wir unsere Erfahrungen weiter, die wir seit der Markteinführung im Jahr 2000 und im Flötenbau seit 1945 sammeln durften. Mit wenigen einfachen Pflegeschritten bleibt die Freude an diesem besonderen Instrument über viele Jahrzehnte erhalten.




Holz ist ein Stück gewachsene Zeit


In vielen indigenen Traditionen wird Holz nicht als gewöhnlicher Werkstoff betrachtet, sondern als Geschenk eines Baumes, der über viele Jahre gewachsen ist. Diese Wertschätzung begleitet auch unsere Arbeit. Jede Erdklangflöte® trägt die Geschichte eines Baumes in sich. Deshalb behandeln wir sie mit Respekt und empfehlen einen ebenso sorgsamen Umgang.




Einsatz und Lebensdauer


Die 
Erdklangflöte® kann weltweit unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen gespielt werden – ob in trockenen Wüstenregionen, warmen Sommermonaten, feuchtem Tropenklima oder kalten Winterlandschaften. Aus technischer Sicht ist sie ausgesprochen unkompliziert. Sie benötigt keine regelmässigen Servicearbeiten, kann beliebig lange gespielt werden und «verstopft» nicht durch Atemfeuchtigkeit (Speichel), wie dies bei vielen anderen Blasinstrumenten vorkommen kann.

In den vergangenen Jahren beobachten wir jedoch, dass das Verständnis für den Umgang mit hochwertigen Holzprodukten zunehmend verloren geht. Unsere schnelllebige Zeit, der ständige Einsatz elektronischer Geräte und die zunehmende Verbreitung von Instrumenten aus Kunststoff oder dem 3D-Druck haben dazu beigetragen, dass natürliche Materialien oft wie beliebige Gebrauchsgegenstände behandelt werden.

Holz folgt jedoch seinen eigenen Gesetzen. Es lebt, atmet und reagiert auf seine Umgebung. Wer ihm mit etwas Aufmerksamkeit begegnet, wird mit einer aussergewöhnlich langen Lebensdauer belohnt. Bei sorgfältiger Behandlung und gelegentlicher Pflege mit etwas Rapsöl kann die GAIA Erdklangflöte® problemlos viele Jahrzehnte, oft sogar ein Leben lang, Freude bereiten. Unsachgemässe Behandlung, starke Belastungen oder mangelnde Pflege können ihre Lebensdauer hingegen verkürzen
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Wichtige Schutzmassnahmen (Hitze / Feuchtigkeit / Kälte)


Wie jedes hochwertige Holzinstrument reagiert auch eine Erdklangflöte® auf starke Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. An heissen Sommertagen kann sie problemlos im Freien gespielt werden. Nach dem Spielen sollte sie jedoch niemals ungeschützt in der prallen Sonne liegen bleiben – beispielsweise auf einem Tisch, Stein, einer Sitzbank oder im Auto hinter einer Fensterscheibe. Hohe Temperaturen erwärmen das Holz bereits nach kurzer Zeit stark. Es beginnt zu «schwitzen», die Oberfläche wird «ölig» und es können Spannungen und im ungünstigsten Fall Risse auftreten.


Nach dem Spielen sollte die Erdklangflöte® deshalb ins Etui oder an einen schattigen Ort gelegt werden. Sanftes Sonnenlicht schadet dem Holz nicht – intensive Hitze hingegen belastet jedes hochwertige Holzinstrument, sei es eine Flöte, Geige oder Gitarre. Kälte stellt grundsätzlich kein Problem dar. Bei Temperaturen unter etwa 5 °C empfiehlt es sich jedoch, den oberen Teil der Flöte vor dem Spielen einige Minuten in den Händen anzuwärmen. So kann sich das Holz langsam an die Körpertemperatur anpassen. Ein abrupter Temperaturwechsel zwischen warmer Atemluft und kalter Umgebung kann Spannungen im Holz verursachen. Die Flöte sollte jedoch niemals auf einer Heizung oder mit einem Föhn erwärmt werden.

Direkter Kontakt mit Wasser oder Regen sollte eher vermieden werden. Einzelne Regentropfen oder Wasserspritzer richten keinen Schaden an, können jedoch Flecken auf der Oberfläche hinterlassen. Diese lassen sich in der Regel problemlos mit einem weichen Tuch und wenigen Tropfen Rapsöl entfernen. Weitere besondere Schutzmassnahmen sind nicht erforderlich.

Mit etwas Aufmerksamkeit wird die Erdklangflöte® zu einer treuen Begleiterin über viele Jahre. So wie ein Baum Zeit braucht, um zu wachsen, entfaltet auch ein Instrument seine ganze Schönheit im Laufe der Jahre. Wer ihm mit Respekt begegnet, wird mit einem warmen Klang und einer aussergewöhnlichen Langlebigkeit belohnt.




Unbedingt vermeiden


Berührungen an der Luftaustrittsöffnung des Mundstücks (Labiumkante, Seitenwände und Fasen) sollten unbedingt vermieden werden. Schon kleine Verletzungen können die Klangqualität beeinträchtigen.




Verstopfter Windkanal


Klingt die Erdklangflöte® einmal «heiser», liegt dies meist am Kondenswasser, das sich im Windkanal beim Mundstück-Aufsatz angesammelt hat. Zum Durchblasen wird das Labium sanft mit dem Zeigefinger überdeckt und der Windkanal kräftig freigeblasen. Auch hier gilt: Das Labium niemals berühren. Dabei handelt es sich um die Schneidekante, an der sich die Luft teilt.



 

Zahnreinigung vor dem Spiel


Es sollte darauf geachtet werden, dass nichts in den Windkanal gelangt, das ihn verschmutzen oder verkleben könnte. Mit Vorteil werden vor dem Spiel die Zähne gereinigt. Speisereste im Windkanal können zu einem heiseren und dumpfen Klang führen. Auch vom Kaugummikauen beim Spielen ist abzuraten, da dies den Speichelfluss anregt.





Ölen


Eine 
regelmässige Ölpflege schützt die Erdklangflöte® nachhaltig und trägt wesentlich zu ihrer Langlebigkeit bei. Die naturbelassene Holzoberfläche sollte in regelmässigen Abständen leicht eingeölt werden. Ein geöltes Instrument ist deutlich besser gegen Feuchtigkeit geschützt – ähnlich wie ein hochwertiger Lederschuh, dessen Imprägnierung Wasser abweist und das Material gleichzeitig geschmeidig hält.

Besonders offenporige und weichere Holzarten wie beispielsweise Arve, Mammutbaum oder Redwood profitieren von einer regelmässigen Ölbehandlung. Das Öl dringt tief in die Holzstruktur ein, pflegt das Material von innen heraus und unterstützt seine natürliche Widerstandsfähigkeit.


Für die Pflege werden lediglich ein fusselfreies Tuch und etwas handelsübliches Rapsöl benötigt. Das Tuch mit einer kleinen Menge Öl tränken und dieses gleichmässig auf der gesamten Aussenfläche der Flöte verteilen, bis das Holz einen feinen, gleichmässigen Glanz erhält. Mehr ist nicht erforderlich. Idealerweise wird die Erdklangflöte® etwa alle zwei Monate leicht eingeölt. Bei weicheren Holzarten empfiehlt sich eine monatliche Pflege.

Die Oberfläche darf dabei stets einen ganz leicht seidigen, gepflegten Ölfilm aufweisen. Er schützt das Holz auf natürliche Weise und bewahrt seine Schönheit. So wie ein Baum durch Wind, Regen und Sonne genährt wird, bleibt auch das Holz der Erdklangflöte® durch regelmässige Pflege lebendig und widerstandsfähig. Diese kleine Geste der Achtsamkeit bewahrt nicht nur die Schönheit des Holzes, sondern ehrt zugleich das wertvolle Naturmaterial, aus dem das Instrument entstanden ist.


 

Schritt für Schritt: So ölen Sie Ihre GAIA Erdklangflöte


Die Erdklangflöte® sollte nur im vollständig trockenen Zustand geölt werden. Wurde sie zuvor gespielt, empfiehlt es sich, mindestens 12 Stunden zu warten. So kann vorhandene Restfeuchtigkeit entweichen und das Öl optimal in die Holzporen eindringen, ohne Feuchtigkeit im Holz einzuschliessen.

Benötigt werden lediglich ein fusselfreies Tuch und etwas handelsübliches Rapsöl. Bitte KEIN Leinöl verwenden! Leinöl härtet aus und ist für diesen Anwendungsbereich ungeeignet. Zudem besteht bei mit Leinöl getränkten Tüchern Brandgefahr durch Selbstentzündung. Eine kleine Menge Rapsöl auf das Tuch geben und gleichmässig auf der gesamten Aussenfläche der Flöte verteilen. Die Oberfläche darf dabei einen feinen, gleichmässigen Glanz aufweisen.

Anschliessend die Erdklangflöte® offen zum Trocknen ablegen – idealerweise mit den Tonlöchern nach unten. Nach etwa 12 Stunden ist das Öl vollständig eingezogen und das Instrument wieder spielbereit.


Wichtiger Hinweis

Der 
Windkanal im Mundstück – also der Bereich, in den hineingeblasen wird – darf niemals geölt werden. Der Grund dafür ist einfach: Die geölte Aussenfläche schützt das Holz, indem sie Feuchtigkeit abweist. Im Windkanal wäre dieser Effekt jedoch unerwünscht. Dort muss das unbehandelte Holz die beim Spielen entstehende Kondensfeuchtigkeit aufnehmen können.

Gelangt Öl in diesen Bereich, können sich Wassertropfen bilden, welche die Luftführung beeinträchtigen und zu einer sogenannten «Heiserkeit» des Instruments führen. Das Labium sowie die seitlichen Holzflächen am Mundstück können bei Bedarf mit einem kleinen Pinsel ganz vorsichtig und sparsam eingeölt werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass kein Öl in den Windkanal gelangt.

Mit dieser einfachen Pflege bleiben die natürliche Schönheit des Holzes, der warme Klang und die besondere Ausstrahlung der Erdklangflöte® über viele Jahre erhalten. 


 

Einwirkzeit und Ölsorte


Mit Leinöl getränkte Tücher können sich schnell selbst entzünden – BRANDGEFAHR im Haus bzw. in der Wohnung! Zudem kann Leinöl zu einem klebrigen Film verharzen, der sich nur schwer wieder entfernen lässt. Ausschliesslich Rapsöl verwenden. Rapsöl verklebt nicht wie andere Öle, wird nicht ranzig und ist in Lebensmittelgeschäften günstig erhältlich.



 

Reparaturen


Reparatur- Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten bei einer Erdklangflöte® sind ausgesprochen selten und kommen praktisch nicht vor. Trotzdem ist es uns ein grosses Anliegen, dass ein Instrument gut betreut wird, sollte dennoch einmal ein Problem eintreten.

Da wir durch die Herstellung mit allen Besonderheiten vertraut sind, wissen wir am besten, wie sich allfällige Mängel beheben bzw. reparieren lassen. Das bietet die Gewähr, weiterhin auf die Qualität des Instruments zählen zu können. Es sollte vermieden werden, selbst Veränderungen am Instrument vorzunehmen. Es kommt zwar selten vor, aber wir haben bereits Flöten erhalten, an denen «selbsternannte Fachleute» Veränderungen vorgenommen und sie dadurch irreparabel geschädigt haben.

Wären die Instrumente direkt zu uns gekommen, hätten wir sie richten können. Leider müssen wir in solchen Fällen auch Garantieansprüche ablehnen. Nacharbeiten, die allenfalls durch den normalen Gebrauch notwendig werden, z. B. Reinigung, Wartung und Reparatur oder der Austausch von Verschleissteilen (z. B. durch Rissbildung), sind von den Garantieleistungen ausgeschlossen.

Schäden durch Reparaturversuche, welche selbst oder durch nicht autorisierte Dritte verursacht werden, fallen ebenfalls nicht unter die Garantie. Gleiches gilt für Schäden, die durch unachtsame oder unsachgemässe Behandlung (auch übermässigen Spieleinsatz) entstehen, sowie für Schäden durch Unfälle, Blitzschlag, Wasser, Feuer, Rauch, ungeeignete Belüftung (Schimmelbildung) oder jeden anderen Grund, der nicht beeinflusst werden kann.



Rissbildung


Holz ist ein Naturprodukt, das auch nach der Verarbeitung «weiterlebt». Darum reagieren Instrumente – selbst wenn sie aus bestgelagertem Holz hergestellt wurden – auf hohe Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, besonders in kalten Jahreszeiten, sowie auf übermässigen Spieleinsatz. Deshalb kann keine Garantie gegen Verziehen oder Rissbildung geboten werden.

Holzrisse sind selten, wenn das Instrument nicht falsch gelagert wird, beispielsweise an der prallen Sonne hinter Fensterscheiben. Sollte sich dennoch ein Riss bilden, bedeutet das keineswegs das Ende des Instruments. Da jedes Werkstück aus Holz – vom Dachgebälk über das Möbelstück bis zum Musikinstrument – unterschiedlich auf schwankende Klima- und Feuchtigkeitsbelastungen reagiert, kann man sagen, dass Holz, selbst nach langjähriger Lagerung, gewissermassen «weiterlebt». Das gilt es zu beachten – bei der Verarbeitung ebenso wie bei der späteren Verwendung. Deshalb empfiehlt sich ein sorgfältiger Umgang.

Holzrisse sind kein Zeichen minderer Qualität des Materials oder der Verarbeitung, sondern deuten darauf hin, dass vorhandene natürliche Spannungen im Material abgebaut wurden. Sie können in fast allen Fällen bei uns fachgerecht wiederhergestellt werden und verursachen keine klanglichen Mängel. Das Holz solcherart reparierter Flöten schwingt danach freier. Aus Erfahrung wissen wir, dass diese Instrumente weiterhin viele Jahre gespielt werden können und Freude bereiten. Das Instrument sollte uns zur Begutachtung und Wiederherstellung zugestellt werden. Allerdings gibt es seltene Fälle, bei denen sich eine Instandsetzung nicht lohnt.




Einsenden einer Reparatur aus der Schweiz


Das Instrument sorgfältig verpacken und die Mängel bzw. gewünschten Arbeiten beschreiben. Nicht vergessen werden sollte die vollständige Adresse – ebenso eine Telefonnummer, damit bei allfälligen Fragen Kontakt aufgenommen werden kann.

Wir empfehlen, das Paket per Einschreiben zu schicken. Für Schäden, Verlust oder Diebstahl während des Versands übernehmen wir keine Verantwortung.


 



Einsenden einer Reparatur aus dem Ausland



Wichtige Informationen

Auf dem Zollzettel bitte «Garantie-Reparatur Holzflöte» vermerken und höchstens einen Wert von 45 Euro angeben. Ein höherer Betrag sollte unbedingt vermieden werden, da sonst hohe Einfuhrgebühren entstehen können, die weiterverrechnet werden müssten. Da die Flöte nach der Servicearbeit aus der Schweiz wieder «ausgeführt» wird, ist eine höhere Wertdeklaration als € 45.00 überflüssig.

Wenn kein Betrag angegeben wird, kann das Zollamt das Paket öffnen und einen Warenwert bestimmen, der erfahrungsgemäss massiv zu hoch ausfällt. Der Vermerk «Garantie-Reparatur Holzflöte» dient einer effizienten und reibungslosen Verzollung. Wenn lediglich «Reparatur» angegeben wird, müssen dem Zollamt detaillierte Angaben übermittelt werden, was die Einfuhr erheblich verkomplizieren und verteuern kann.

Unbedingt keine Kaufrechnung oder Kopie der Zahlung beilegen und auf keinen Fall angeben, wie viel für die Flöte bezahlt wurde. Die Zollinstanzen besteuern alles, was mit einer Wertangabe versehen ist – unabhängig davon, ob es sich um Neuwaren oder Reparaturen handelt. In Zweifelsfällen empfiehlt sich eine vorherige telefonische Rücksprache mit uns.




Fragen zur Pfege oder Reparatur?

Wir sind gerne da und beraten persönlich. Ein Anruf ermöglicht eine kompetente Beratung und oft eine rasche gemeinsame Lösung. Ein persönliches Gespräch ist vielfach der einfachste und effizienteste Weg, um ein Problem zu klären.